Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am Donnerstag die seit Jahren gute und „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit dem russischen Antivirensoftware-Hersteller Kaspersky Lab hervorgehoben. Erkenntnisse des Unternehmens flössen nach Analyse und Bewertung durch das BSI bei Bedarf auch in die Lagebilder des BSI ein, teilte die Behörde auf Anfrage mit. Die Bundesverwaltung nutze derzeit keine Produkte des russischen Anbieters.

Schwere Vorwürfe gegen Kaspersky

Die US-Regierung hatte gegen Kaspersky schwere Vorwürfe wegen angeblich direkten Verbindungen zu russischen Geheimdiensten erhoben. Sie hat den Bundesbehörden verboten, die entsprechende Software zu nutzen.

BSI sieht keinen Anlass für Zweifel

„Das BSI weiß die Zusammenarbeit und die hochwertigen Analysen von Kaspersky zu schätzen“, teilte die Behörde auf Anfrage mit. „Kaspersky Lab hat sich in verschiedenen Fällen als verlässlicher und kompetenter Partner erwiesen.“ Die Behörde habe keinen Anlass zu vermuten, dass Kaspersky Labs russische Cyber-Aktivitäten bewusst ignorieren würde. Eine Reihe wichtiger russischer Cyber-Spionage-Kampagnen habe das Unternehmen vielmehr als erstes veröffentlicht und detailliert beschrieben.

Bundesverwaltung arbeitet nicht mit Kaspersky

Für die Sicherheitsausstattung der Bundesverwaltung habe zuletzt im August 2016 der Dienstleister Cancom online GmbH als wirtschaftlichstes Angebot den Zuschlag erhalten. Dieser arbeite mit dem Antiviren-Software-Hersteller Trend Micro zusammen, hieß es weiter. Für eine Übergangsfrist stünden der Bundesverwaltung derzeit Programme der amerikanischen Anbieter Symantec und Trend Micro parallel zur Verfügung.

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