Ein hochrangiger Kleriker im Iran ist in die Kritik geraten, weil er auf Twitter Kurznachrichten verbreitet. Der Haken daran: Ajatollah Ahmad Chatami war jahrelang ein vehementer Gegner von Twitter. Er und andere Kleriker hatten Twitter im Iran sogar für illegal erklärt. Seit einigen Wochen twittert der erzkonservative Gebetsführer Teherans aber nun selbst fleißig.

„Da kann man ja gut seine Meinung reflektieren“, sagte der Ajatollah, der zu den Anführern der islamistischen Hardliner im Iran gehört, der Nachrichtenagentur ISNA am Sonntag. In seinen Tweets verbreitet er vor allem schiitisch-islamische Ansichten und Thesen.

Spott aus dem Netz

Die de facto illegale Mitgliedschaft Chatamis sorgt bei zahleichen Iranern nicht nur für Kritik, sondern auch für sehr viel Spott. „Erst verbieten, dann selber twittern … geht’s noch?“, schrieb ein iranischer User. Eine andere Perserin twitterte ironisch: „Der hatte ja alle Twitter-User als Söldner (Anmerkung der Redaktion: des iranischen Erzfeinds) Israels bezeichnet … jetzt ist er selber einer.“

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Trotz des Twitter-Verbots nutzen Millionen von Iranern – unter ihnen fast alle Medien und auch hochrangige Offizielle wie Präsident Hassan Ruhani – den Kurznachrichtendienst. Sie verschaffen sich Zugang über kostenlose Datentunnel. Das Verbot gilt im Iran daher, besonders nach Chatamis Mitgliedschaft, als eines der lächerlichsten Gesetze im Land.

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