Im Streit um verletzte Urheberrechte hat die Plattform Gutenberg.org die Sperrung deutscher User vorangetrieben. Gregory Newby, verantwortlicher Chef der Project Gutenberg Literary Archive Foundation, erklärte gegenüber heise online, dass der Ausschluss notwendig sei, um weitere Klagen zu verhindern – auch wenn die Zahl der E-Books, die laut deutschem Gericht durch ihre Veröffentlichung gegen das Urheberrecht verstoßen, mit 18 Stück nur sehr gering ist.

In Deutschland geschützt, in den USA gemeinfrei

Man denke zudem darüber nach, die fraglichen Titel zu löschen, wenn ein US-amerikanisches Gericht darüber befinden sollte. Da es sich bei den entsprechenden E-Books allerdings um Werke handelt, die in den USA gemeinfrei sind, steht diese Debatte wohl noch aus. Von Seiten amerikanischer Nutzer erhalte man jedenfalls deutlichen Zuspruch, auch in Form von Spenden, die angesichts der bereits hohen Gerichtskosten gut gebraucht werden können.

Newby selbst könne die gerichtlichen Streitigkeiten nicht nachvollziehen, da alle der betroffenen Bücher nahezu hundert Jahre alt wären und er sich nur schwer vorstellen könne, welcher Schaden aus deren Publikation heraus entstehen sollte.

Urheberrecht der Originale in Deutschland noch aktiv

Zu den 18 beanstandeten Titeln gehören Werke von Thomas Mann, Heinrich Mann und Alfred Döblin, die 1923 in englischer Fassung auf dem amerikanischen Markt veröffentlicht wurden und dort nicht mehr durch Urheberrecht geschützt sind. In Deutschland sind die Originale jedoch erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors frei gegeben.

Im Februar hatte das Project Gutenberg den durch den S. Fischer Verlag angestrengten Gerichtsprozess wegen Urheberrechtsverletzungen vor dem Landgericht Frankfurt am Main verloren. Die Sperrung deutscher Nutzer umfasst mittlerweile sowohl deutsche IPv4- als auch IPv6-Adressen.

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