Netzpolitik 

Affen-Selfies: Und der Rechtsstreit dauert an

Naruto hatte sich die Kamera des Fotografen geschnappt und viele Selfies gemacht.
Naruto hatte sich die Kamera des Fotografen geschnappt und viele Selfies gemacht.
Foto: Wikimedia Commons
Der langjährige Rechtsstreit um Selfies, die Affe Naruto mit der Kamera eines Fotografen gemacht hat, geht weiter. Der Grund: Es handelt sich um einen Präzedenzfall.

Im Fall David Slater gegen die Tierschutzorganisation Peta gibt es jetzt eine überraschende Wende. Der seit 2014 andauernde Rechtsstreit rund um ein Affen-Selfie war eigentlich mit einem Vergleich zu Ende gegangen. Das Gericht erkennt diesen Vergleich jedoch nicht an, sondern spricht von „taktieren“, wie heise.de berichtet.

Was war geschehen?

Slater war 2011 nach Indonesien gereist, um bedrohte Tierarten vor die Linse zu bekommen. In einem unbeobachteten Moment eignete sich der Affe seine Kamera an – und schoss damit zahlreiche Fotos von sich selbst. Slater lud einige Bilder davon bei Wikimedia hoch – und der Affen-Selfie wurde auf der ganzen Welt berühmt.

Die Tierschutzorganisation Peta hat im Namen des Affen Copyright-Ansprüche in den USA geltend gemacht. Slater hatte argumentiert, dass der Affe zwar auf den Auslöse-Knopf gedrückt habe, er aber zuvor alle Einstellungen auf der Kamera getätigt habe. Slater argumentierte zudem damit, dass die Reisekosten mit rund 2.000 Pfund extrem teuer gewesen seien und dass das Equipment, das er an dem Tag herumgetragen hätte, alleine 5.000 Pfund wert sei. „Fotografie ist ein teurer Beruf. Unter 1.000 Fotos ist nur eines dabei, das mein Einkommen sichert. Und der Affen-Selfie war eines davon.“

Naruto hat nicht eingewilligt

Das zuständige US-Berufungsgericht lehnt nun den Vergleich, den er mit Peta geschlossen hat, ab, weil es sich hierbei um einen Präzedenz-Fall handelt. Ergo: Der Fall würde von niederen Gerichten herangezogen werden, um ähnliche Fälle zu beurteilen.

Derzeit gibt es einige Urteile in dem Bereich, die vorsehen, dass nur dann im Namen von Tieren geklagt werden kann, wenn dies im Gesetz vorgesehen ist. Außerdem habe Naruto, so wurde der Affe von Peta getauft, nicht in den Vergleich eingewilligt. Demnach könnten spätere Forderungen „in Narutos Namen“ geltend gemacht werden, was diesen Vergleich obsolet machen würde. Daher will das Gericht selbst entscheiden.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos von futurezone in der Autoplay Video Playlist

Die neuesten Videos von futurezone.

Neueste Videos von futurezone in der Autoplay Video Playlist

Beschreibung anzeigen