Netzpolitik 

Datenskandal: Zuckerbergs Befragung vor EU-Parlament nicht öffentlich

Mark Zuckerberg hatte sich zuletzt ausführlich vor dem US-Kongress für Facebooks Vorgehensweise mit Daten der Nutzer verantworten müssen.
Mark Zuckerberg hatte sich zuletzt ausführlich vor dem US-Kongress für Facebooks Vorgehensweise mit Daten der Nutzer verantworten müssen.
Foto: AP/Andrew Harnik
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält sein Versprechen und wird auch mit Vertretern des EU-Parlaments über die Datenaffäre seines Unternehmens sprechen. Allerdings nicht so ausführlich wie mit dem US-Kongress.

Zuckerberg habe die Einladung des Parlaments angenommen und werde „so bald wie möglich, hoffentlich schon nächste Woche“ nach Brüssel kommen, erklärte Parlamentspräsident Antonio Tajani am Mittwoch in einer Aussendung.

Eingeknickt ovr dem Datenkonzern

Die Befragung findet in einer kleinen Gruppe mit ausgewählten EU-Abgeordneten statt und ist nicht öffentlich. Anschließend sollen dem LIBE-Ausschuss, einem Unterausschuss des EU-Parlaments, die wichtigsten Unterlagen vorgelegt werden.

Einige EU-Abgeordnete zeigten sich bereits enttäuscht darüber, dass Zuckerberg nicht allen Parlamentariern Fragen beantworten wird wie beim US-Kongress. "Die europäische Demokratie ist damit vor dem Datenkonzern eingeknickt", schreibt etwa netzpolitik.org zu der Tatsache, dass die europäische Öffentlichkeit nicht daran teilhaben kann.

Bis zu 2,7 Millionen Facebook-Nutzer betroffen

Facebook bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, die Einladung akzeptiert zu haben. „Wir schätzen die Gelegenheit zum Dialog“, erklärte das Unternehmen. Zuckerberg hatte zunächst angeboten, seinen Stellvertreter Joel Kaplan zu schicken. Das EU-Parlament wollte sich damit aber nicht zufriedengeben.


Facebook hatte eingeräumt, dass Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern des sozialen Netzwerks bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet waren. Sie sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgeschlachtet worden sein. In Europa waren laut Facebook bis zu 2,7 Millionen Nutzer betroffen.

Mehr zum Thema:

Technologie im Dienst der Allgemeinheit

Mark Zuckerberg ist nächste Woche bereits in Europa. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfängt ihn und rund 50 weitere Chefs anderer Internet-Firmen am 23. Mai in Paris, wie der Elysée-Palast mitteilte. Bei dem Treffen soll es darum gehen, wie die Technologie in den Dienst der Allgemeinheit gestellt werden kann. Weiter seien Chefs und Vertreter von Microsoft, Intel, IBM, SAP, Thales, Uber und den Stiftungen von Wikimedia und Mozilla eingeladen worden.

Mehr lesen