Netzpolitik 

Facebook bestätigt: Deine Mausbewegungen werden aufgezeichnet

Facebook gibt in seinem endgültigen Statement gegenüber dem US-Kongress zahlreiche Überwachungsmethoden zu.
Facebook gibt in seinem endgültigen Statement gegenüber dem US-Kongress zahlreiche Überwachungsmethoden zu.
Foto: imago/ Kraehn
Datenschützer warnen schon seit längerem davor, jetzt ist es offiziell. Das soziale Netzwerk verfolgt mit, wohin du deinen Cursor bewegst.

Dass Facebook praktisch vor nichts zurückschreckt, wenn es um das Sammeln von Userdaten geht, war schon bisher kein Geheimnis. In einer 229-seitigen Beantwortung von Fragen des US-Kongresses hat das soziale Netzwerk nun aber einige Details veröffentlicht, die erneut für Aufregung sorgen dürften. So gab Facebook offiziell zu, die Mausbewegungen seiner Nutzer am Bildschirm mitzuverfolgen. Man mache dies, um herauszufinden, ob es sich um einen menschlichen User oder einen automatisierten Bot handle.

Facebook weiß Bescheid über eure Aktivität und euer Smartphone

Die selbe Erklärung hat Facebook auch dafür parat, dass aufgezeichnet wird, ob das Browser-Fenster im Hintergrund läuft oder aktiv vom Nutzer im Vordergrund verwendet wird. Aufgezeichnet werden Betriebssystem, Browser-Hersteller, Dateinamen und Plug-ins, die installiert wurden. Auf mobilen Geräten weiß Facebook, wie der aktuelle Batteriestand des Geräts ist, wieviel Speicher noch übrig ist und wie stark das Mobilfunk- oder WLAN-Signal ist. Auch Bluetooth- und WLAN-Verbindungen und verfügbare Hotspots werden aufgezeichnet.

Für Stirnrunzeln dürfte auch die Aussage sorgen, dass Daten über Online- und Offline-Aktivitäten gesammelt werden. Auch Einkäufe über Dritthersteller werden mitverfolgt wie auch verwendete Apps, Spiele und Accounts. Da viele Apps, Games, aber auch Services und Plattformen jahrelang auf den Facebook-Log-in setzten, kann das soziale Netzwerk praktisch uneingeschränkt auf Nutzerdaten zugreifen. Auch das in praktischer jeder Webseite verbaute Facebook-Pixel hat einen ähnlichen Effekt.

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Facebook-User werden (noch) nicht abgehört

Überhaupt haarig wird es, wenn User Facebook irgendwann Zugriff auf das eigene Adressbuch gegeben haben. In diesem Fall werden auch Anruf- und SMS-Daten mitgetrackt. Die meisten User leiten Facebook auch den eigenen Aufenthaltsort per GPS weiter. Zumindest ein Gerücht hat Mark Zuckerberg erstmals öffentlich bestritten: Dass Facebook auch über die verbauten Mikrofone in den Raum hinhört. Da das soziale Netzwerk dafür aber bereits ein Patent angemeldet hat, dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Funktion aktiviert wird.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf futurezone.at.

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