Viele hatten sich belustigt darüber, dass die Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) kurz nach ihrem Amtsantritt im März 2018 Flugtaxis in den Fokus der politischen Debatte rückte. Schnell allerdings wurden die Pläne des Bundes dazu konkret. Ende April schließlich gab Bär auf der Luftfahrtmesse ILA bekannt, dass die deutsch Regierung derzeit die Regularien für eine Testphase der Fluggeräte in Deutschland prüfe.

Nun ist klar: Ingolstadt in Bayern soll das Zentrum für die Erprobung von Lufttaxis werden. Bär unterzeichnete hierzu zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sowie Vertretern von Audi und Airbus am Mittwoch im Bundeskanzleramt eine Absichtserklärung (PDF). Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Land Bayern und die Stadt Ingolstadt unterschrieben.

Dem Dokument nach ist die Stadt deshalb für Lufttaxi-Erprobungen geeignet, weil sie mit Metropolen wie Nürnberg und München sowie mehreren Flughäfen im Umkreis verkehrsgünstig gelegen. Die Unterzeichner wollen sich nun gemeinsam für Urban Air Mobility (UAM)-Initiative der Europäischen Union bewerben. Das Ziel dieser Initiative ist es, die Akzeptanz der Menschen für den mobilen Flugverkehr innerhalb von und zwischen Städten zu erhöhen. Experten sind sicher, dass es dafür zunächst einheitlicher Regeln bedarf, die die EU vorgeben muss.

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Airbus arbeitet derzeit an einem autonom fliegenden Taxi. Kunden sollen es wie bei Uber bequem per App bestellen können. Damit ist der Konzern aber nicht allein. Brancheninformationen zufolge entwickeln weltweit rund 50 Unternehmen Lufttaxis. Volocopter ist wohl das bekannteste. Die Firma aus Baden hat bereits frühzeitig Fluggenehmigungen eingeholt und ist hat ihre autonom fliegenden Taxis vor allem in Dubai im Einsatz. In Deutschland könnten sie, so der Volocopter-Chef im Interview, zuerst über den Rhein fliegen. Ubers Lufttaxi wiederum ist eine Mischung aus Flugzeug und Drohne.

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