Der selbsternannte Krypto-Anarchist, US-Amerikaner Cody Wilson, hört nicht auf zu provozieren. Eine einstweilige Verfügung, die es ihm verbot, Baupläne für Waffen aus dem 3D-Drucker im Internet zu veröffentlichen, ist für ihn nur eine Art Gesetzeslücke – die er nutzt, um die Waffen zum Verkauf anzubieten statt nur zum Download.

Kurz zum Hintergrund

Der Waffennarr hatte sich erst kürzlich gegen die US-Justiz durchsetzen können, indem er eine Sonderlizenz erstritt, die es ihm erlaubte, Pläne zum 3D-Druck von Waffen und Waffenteilen auf seiner Plattform Defense Distributed zum Download anzubieten. Dort zeigte er auch, wie er seine einschüssige 3D-Pistole namens Liberator abfeuerte, ohne verletzt zu werden.

Der Fall hätte zum Präzedenzfall werden können, zukünftig hätten auch andere Anbieter solcher Pläne auf eine Sonderlizenz klagen können. Quasi in letzter Sekunde reagierte die US-Justiz: Ein Richter in Seattle erließ ein landesweites, wenn auch temporäres Unterlassungsverbot von Bauplänen für 3D-gedruckte Waffen im Netz.

Wilson ist erfindungsreich

Das macht Wilson wiederum anscheinend gar nichts. Er reagierte auf das Verbot, indem er auf seiner Plattform die Download-Funktion für die Baupläne durch eine Kauf-Funktion ersetzte. Und das sei nur der Beginn einer „höllischen Woche“, die er auf Twitter ankündigte.

Auf einer Pressekonferenz in Texas sagte er, er habe am Dienstagmorgen damit begonnen, die Pläne zu verkaufen und bereits fast 400 Bestellungen angenommen. Das berichtet die Associated Press (AP). „Jeder, der diese Dateien haben will, kriegt sie auch“, zitiert AP Wilson. „Sie können ihren eigenen Preis nennen.“

Indem er die Pläne nun über E-Mail und sichere digitale Downloads verkauft, scheint der US-Amerikaner das Verbot der Verbreitung zu umgehen. Wie VICE berichtet, habe der Richter zwar den Upload derartiger Dateien ins Internet untersagt, jedoch könnten sie dem Wortlaut des Verbots zufolge dennoch veröffentlicht werden, vorausgesetzt sie werden per E-Mail und sicher übermittelt.

Wilson scheint es sogar zu genießen, die Gesetzeslage für sich auszulegen und zu sehen, wie weit er gehen kann. Derweil ist es aber viel wichtiger zu erwähnen, dass sich die Baupläne bereits auf anderen Plattformen wiederfinden. Das Magazin Forbes jedenfalls berichtete von einem Buch, dass alle Pläne enthielt und auf Amazon angeboten wurde. Mittlerweile sei es dort nicht mehr verfügbar.

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