Die USA und China befinden sich derzeit in einem Handelskrieg, der weitreichendere Folgen haben könnte, als wir es uns vorstellen können. Laut Googles ehemaligem CEO Eric Schmidt wird davon auch das Internet betroffen sein.

„Ich denke, das wahrscheinlichste Szenario ist jetzt keine Zersplitterung mehr, sondern eher eine Aufspaltung in ein chinesisch-geführtes Internet und ein nicht-chinesisches Internet, angeführt von den Vereinigten Staaten“, sagte Schmidt einem Bericht des Finanzsenders CNBC zufolge während eines Treffens der Venture-Capital-Gesellschaft Village Global in San Francisco.

Die Zweiteilung werde seiner Ansicht nach in einem Zeitraum von zehn Jahren passieren, bis spätestens 2028 also.

Chinas Vorteil: „Phantastische“ Produkte

„Wenn ihr euch China anseht – und ich war gerade da – sind das Ausmaß der Unternehmen, die gegründet werden, die Angebote, die kreiert werden und der Wohlstand, der entsteht, phänomenal“, beründete Schmidt seine These. Außerdem sei in China der Anteil des Internets an der Gesamtwirtschaftsleistung des Landes höher als in den USA. Deshalb seien auch weiterhin „phantastische“ Produkte aus China zu erwarten.

„Es besteht die wirkliche Gefahr, dass diese Produkte und Dienst eine andere Art staatlichen Regimes mit sich bringen, mit Zensus, Kontrollen und so weiter.“ Ein Beispiel für das Ausmaß sei das chinesische Projekt „Neue Seidenstraße“. Die ehemalige Handelsroute, die über 6.400 Kilometer von China nach Europa führte, erlebt derzeit ein Comeback. Die chinesische Regierung investiert Milliarden, um die bisher teilnehmenden 60 Staaten mit modernster technischer Infrastruktur auszustatten. Das könnte der technologischen Vormacht Chinas noch mehr Aufwind geben.

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Mehr als ein Handelsstreit

Im Handelsstreit zwischen Washington und Peking geht es schon längst nicht mehr nur um Handel. Experten beobachten ein strategisches Kräftemessen, das sich auf verschiedenen Ebenen abspielt: in der Wirtschaft etwa, im militärischen Bereich und im technologischen Wettlauf. „Wir müssen darüber nachdenken, ob dieser Handelskrieg zu einem wirtschaftlichen kalten Krieg wird“, warnte bereits die für Asien mit zuständige Managerin der Großbank JP Morgan, Jing Ulrich.

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