Netzpolitik 

Deutschland hat Milliarden in E-Autos gesteckt – und ist jetzt wütend

Deutschland hat Milliarden in E-Autos gesteckt

Deutsche Politiker wollen nicht länger auf die E-Auto-Revolution warten. Dabei haben sie doch Milliarden investiert. Die Enttäuschung ist groß.
Mi, 28.11.2018, 14.43 Uhr

Deutschland hat Milliarden in E-Autos gesteckt

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Deutsche Politiker wollen nicht länger auf die E-Auto-Revolution warten. Dabei haben sie doch Milliarden investiert. Die Enttäuschung ist groß.

Millionen hat Deutschland in den vergangenen Jahren in Elektromobilität investiert und hat vor das auch weiter zu tun. Dass der große Boom bisher fernbleibt, ist deshalb ein besonders großes Ärgernis für die Politik.

Viel investiert, nichts gewonnen?

"Wir haben seit dem Jahr 2009 rund 5,2 Milliarden Euro für die technologieoffene Förderung der Antriebstechnologien ausgegeben. Ich bin verärgert, dass daraus keine Produkte entstehen", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer beim FAZ-Mobilitätsgipfel vergangene Woche. Laut FAZ waren es ganze 300 Millionen Euro, die allein in den Ausbau der Ladeinfrastruktur geflossen sind. 600 Millionen Euro wiederum wurden für die als Umweltbonus bekannte Kaufprämie für E-Autos ausgegeben. Und die größte E-Tankstelle Deutschlands ist in Planung.

Nicht so "sexy" wie Tesla?

Doch bisher ist nicht viel geschehen, obwohl es mindestens drei Gründe für eine Welt ohne Verbrennungsmotoren sprechen. Das liegt nicht nur daran, dass der Ladevorgang an sich noch ein Hemmnis für potenzielle Kunden ist. Noch dazu ist nicht jedes Elektroauto so "sexy" wie ein Tesla, den sich aber auch nicht jeder leisten kann. Indes braucht selbst die Polizei braucht Nachhilfe in Sachen Elektrofahrzeuge.

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Und dennoch werden die Ausgaben weiter steigen. "Allein das Bundesverkehrsministerium wird in den kommenden Jahren über eine Milliarde Euro für den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe und deren Fahrzeugbeschaffungen bereitstellen", versprach Scheuer. Peter Altmaier fragte sich, wann ein deutscher Autohersteller "in der Lage sein wird, ein Elektroauto zu bauen, das nur halb so sexy ist wie ein Tesla".

Und was sagen die Autohersteller?

Gegen derartige Vorwürfe wehren sich die Hersteller vehement. Porsches Digitalchef Thilo Koslowski will Tesla gar nicht als Maßstab nehmen und Daimler-Chef Dieter Zetsche hält seinen Nachfolger für die richtige Wahl in Sachen E-Mobilität. Immerhin, so schreibt die FAZ, sei jedes zweite, zwischen Januar und September in der EU produzierte Elektroauto von einem deutschen Hersteller. Auf dem Heimatmarkt hat die deutsche Industrie 66 Prozent Marktanteil, Tesla nur sechs. Das ist schon einmal ein Anfang.

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