Netzpolitik 

Starbucks will Pornos verbannen: Das kann YouPorn nicht zulassen

Starbucks liegt weit hinter McDonald's und Co., was das Filtern von Inhalten in seinem öffentlichen WLAN angeht.
Starbucks liegt weit hinter McDonald's und Co., was das Filtern von Inhalten in seinem öffentlichen WLAN angeht.
Foto: Brigitte Tohm von Pexels
Starbucks hat sein Wort gebrochen. Wer sich ins öffentliche WLAN der Café-Kette einwählt, kann noch immer Pornoseiten anschauen. YouPorn dürfte das freuen – noch.

Starbucks tut sich seit Jahren schwer damit, gegen Pornos in seinem öffentlichen WLAN vorzugehen. Kunden würden nicht ausreichend geschützt, hieß es. 2019 soll deshalb ein Filter kommen, derdas Porno-Streaming unterbindet.

Wie Business Insider berichtet, macht es die Café-Kette anderen Unternehmen nach und wird den Inhalte-Filter in sein öffentliches WLAN integrieren. Viele Details dazu sind noch nicht bekannt. YouPorn hat allerdings gleich darauf reagiert: Einem Bericht von Forbes zufolge, schicke die der Vice President der Pornoseite, Charlie Hughes, ein Memo an alle Mitarbeiter, in dem es heißt, Starbucks-Kaffee sei ab 1. Januar 2019 verboten.

Der Grund für die Filter: Starbuck hat sein Wort gebrochen

Starbucks reagiert mit dem Filter auf jahrelange Vorwürfe der Regelwidrigkeit und Fahrlässigkeit. Die Internetsicherheitsorganisation Enough Is Enough kritisierte bereits Anfang der Woche, Starbucks hätte eine Vereinbarung von 2016 nicht eingehalten. Damals hatte das Unternehmen bereits versprochen, es werde in sehr naher Zukunft nicht nur seinen Kaffee filtern, sondern auch die in seinem WLAN verfügbaren Inhalte und Websites, national sowie global. McDonald's hatte es vorgemacht, Subway, Flixbus und andere Konzerne zogen nach. Und alle waren sicher: Starbucks auch.

Die Tatsache, dass es nicht so gekommen ist, ist Gegenstand der aktuellen Debatte. Sogar eine Petition hatte Enough Is Enough Anfang der Woche erstellt, die bis dato 26.000 Menschen unterzeichnet haben. "Weil Starbucks sein Versprechen gebrochen hat, hält es die Türen für verurteilte Sexualstraftäter und andere Personen offen, die von den Strafverfolgungsbehörden unter dem Radar laufen und das kostenlose öffentliche WLAN für illegale Kinderpornografie und Hardcore-Pornografie nutzen können", kommentierte Enough Is Enough-CEO Donna Rice Hughes (ja, witzigerweise hat sie denselben Nachnamen wie der YouPorn-Chef).

Auch Kinder und Jugendliche seien gefährdet, weil sie die Smartphones, Laptops oder Tablets ihrer Eltern nutzen könnten, um ungefiltert im Netz zu surfen und auf möglicherweise illegale oder gewalttätige Inhalte zu stoßen.

Starbucks ist noch auf der Suche

Starbucks reagierte auf eine Anfrage von Hughes mit einem formalen Brief mit der Botschaft, man würde noch nach einer geeigneten Lösung für das Problem suchen. Außerdem werden die Filter zuerst in den USA eingesetzt, wann sie nach Europa kommen könnten, ist noch nicht bekannt. Auch die Härte der Umsetzung ist weiterhin fraglich. Der Druck durch die Medien und die Petition sollte aber dafür sorgen, dass die Regelungen diesmal auch eingehalten werden.

Die Filterlisten der Unternehmen, die ihre Lösung bereits umsetzen, sind nicht öffentlich zugänglich. Motherboard kritisierte 2016, dass bei Flixbus auch Inhalte von der Schwester-Portal Vice gesperrt worden seien. Es wäre besser, den Kunden klar zu kommunizieren, warum eine Website gesperrt werde. Auch wären für das Online-Verhalten von Kindern und Jugendlichen schließlich die Eltern verantwortlich und nicht die Betreiber öffentlicher Hotspots.

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