Netzpolitik 

EU lockert Geoblocking: Das ändert sich für TV und Radio

Die Regelungen rund um das Geoblocking innerhalb der EU sollen mittels einer neuen Richtlinienergänzung gelockert werden.
Die Regelungen rund um das Geoblocking innerhalb der EU sollen mittels einer neuen Richtlinienergänzung gelockert werden.
Foto: imago/Rüdiger Wölk
Mittels einer neuen Richtlinie will die Europäische Union das strikte Geoblocking lockern. Digitale Übertragungen von Radio- und TV-Programm sind damit auch im Ausland leichter zu erreichen.

Das EU-Parlament will das Sat/Cab um einen neuen Richtlinienentwurf ergänzen. Dieser hätte zur Folge, dass die Regelungen rund um das Geoblocking innerhalb der Union gelockert und digitale Radio- und Fernsehprogramme grenzübergreifend zugänglicher gemacht würden. Bereits 2016 schlug die EU-Kommission die weitgehende Abschaffung geobezogener Einschränkungen vor, scheiterte jedoch am zuständigen Ausschuss.

Wie du vom lockeren Geoblocking profitierst

Hinter dem Kürzel "Sat/Cab" verbirgt sich die Kabel-Satelliten-Richtlinie (93/83/EWG), die bereits im September 1993 durch den Rat der Europäischen Union beschlossen wurde und nun um den neuen Entwurf ergänzt werden soll. Im Wesentlichen profitieren von der Erweiterung jedoch nicht nur die Rundfunkanstalten, die damit nur noch Urheber- und andere Schutzrechte in ihrem Niederlassungsstaat klären müssen, bevor sie grenzüberschreitend senden, sondern auch du selbst.

Während nämlich beispielsweise große Teile der Mediatheken von ARD und ZDF unter der Sat/Cab-Richtlinie nicht aus dem EU-Ausland abrufbar waren, soll sich das mit der Anpassung im Geoblocking für Radio- und Fernsehprogramme ändern.

Freie Fahrt für neue Richtlinie

"Eine vermeintlich vereinfachte Lizenzierung von Film- und Fernsehprogrammen nach dem Prinzip 'Buy 1, get 27 on top' würde in erster Linie die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten privilegieren, zulasten der Verhandlungsposition unabhängiger Programmlieferanten", erklärte wiederum der Film- und Medienverband NRW, in einem Statement.

Nun, da der Entwurf im Parlament angenommen wurde (460+/53-/8), er nur noch vom Rat abgenickt werden. Anschließend haben die Mitgliedsstaaten wie üblich zwei Jahre lang Zeit, um die Richtlinie durchzusetzen. In Richtung der Europawahl wartet übrigens auch Facebook mit neuen Regeln auf und passt seine Werberichtlinien an.

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