Netzpolitik 

Porno-Sperre: In Großbritannien gibt's Pornos bald erst ab 18

Minderjährige können in Großbritannien bald keine Pornos mehr schauen.
Minderjährige können in Großbritannien bald keine Pornos mehr schauen.
Foto: imago/Ralph Peters
Das gibt es sonst noch nirgendwo: In Großbritannien müssen Nutzer auf Porno-Plattformen beweisen, dass sie volljährig sind. Ansonsten drohen hohe Strafen.

Nach eigenen Angaben ist die britische Regierung weltweit die erste, die ein solches Gesetz verabschiedet. Ab Mitte Juli sind Plattformbetreiber, die Pornografie anbieten, dafür verantwortlich, dass alle Zuschauer volljährig sind. Das bezieht sich auf alle Website-Besucher, die über eine britische IP-Adresse verfügen.

Gesetz: Pornos dürfen in Großbritannien nur noch Volljährige schauen

Was lange währt, wird endlich "gut": Die "Digital Economy Bill", die das Porno-Gesetz enthält, wurde bereits vor drei Jahren im Parlament diskutiert, aber immer wieder verschoben.

Das Gesetz sieht vor, dass Porno-Anbieter dafür sorgen, dass Minderjährige keinen Zugang auf solche Filme erhalten. Es ist zu erwarten, dass die Betreiber sich daran halten werden, denn die Strafen haben es in sich: Gesetzesverstöße können zur Sperrung von Anbietern führen oder ihnen den Zugang zu Zahlungssystemen verweigern.

Das Motiv hinter der neuen Regelung ist nicht überraschend: Die britische Digitalministerin Margot James will sich laut einer Pressemitteilung für mehr Jugendschutz im Internet engagieren.

"Es ist derzeit viel zu einfach für Kinder, im Internet auf Erwachseneninhalte zuzugreifen." Man habe sich bei der Gesetzgebung aber Zeit gelassen, um "Sorgen um die Privatsphäre und den Schutz von Kindern vor unangemessenen Inhalten auszubalancieren".

Die Umsetzung

Verantwortlich für die Durchführung der Alterskontrollen sind Drittanbieter, die zur Einhaltung der DSGVO verpflichtet sind. Die Volljährigkeit kann auf unterschiedliche Arten verifiziert werden:

  • Kreditkarte oder Reisepass online vorlegen
  • Porno-Zugangspässe am Kiosk kaufen

Überprüft wird die Einhaltung des Gesetzes vom British Board of Film Classification (BBFC), das britische Äquivalent zu der deutschen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK).

Alle Websites, die mit Werbung Geld verdienen und gleichzeitig pornografische Inhalte anbieten, werden sich an die neuen Richtlinien halten müssen. Ausgenommen sind Anbieter, die nur wenig explizite Inhalte veröffentlichen und diese nicht monetarisieren.

Natürlich wird es auch nach der Verabschiedung des Gesetzes Wege für Jugendliche geben, an Pornos heranzukommen. Dennoch trägt die Erschwerung durch die Alters-Verifikation zum Jugendschutz bei.

Auch auf Netflix gibt es Filme, die Sexszenen enthalten: Für ein altersgerechtes Netflix empfiehlt sich die Kindersicherung.

Jugendliche klären sich am liebsten im Internet auf. Das könnte sich für die britischen Teenies jetzt schwieriger gestalten.

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