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Russlands Atomkraftwerk liefert Nuklearenergie übers Meer

Das schwimmende Atomkraftwerk "Akademik Lomonossow" ist einsatzbereit. Bereits im Dezember 2019 soll es Nuklearenergie liefern.
Das schwimmende Atomkraftwerk "Akademik Lomonossow" ist einsatzbereit. Bereits im Dezember 2019 soll es Nuklearenergie liefern.
Foto: imago images / ITAR-TASS
Umweltschützer schreien auf. Greenpeace spricht von "Tschernobyl auf dem Wasser". Dennoch fährt Russland die Reaktoren des schwimmenden Atomkraftwerks hoch.

Während Naturschützer Russlands schwimmendes Atomkraftwerk scharf kritisieren, rüstet das Land unter Präsident Putin weiter auf und treibt den Einsatz des Prototyps voran.

Russlands schwimmendes Atomkraftwerk ist einsatzbereit

Die meisten Menschen dürften spätestens nach Nuklearkatastrophen wie die von Tschernobyl oder Fukushima Atomkraftwerken mit Kritik gegenüberstehen. Nicht jedoch das flächenmäßig größte Land der Erde. Im Gegenteil: In Russland kommt die Atomenergie ab jetzt in Wellen.

Das staatliche Atomunternehmen Rosenergoatom teilte mit, dass der erste Teil einer geplanten Nuklearenergie liefernden Flotte einsatzbereit sei, berichtete der Spiegel.

Das schwimmende Atomkraftwerkt (AKW) namens "Akademik Lomonossow" liegt im Hafen von Murmansk, eine Stadt auf der russischen Halbinsel Kola. Nun wurde die Reaktoreinheiten des Prototypen hochgefahren.

Im Dezember 2019 geht es los

Der Konzern Rosenergoatom selbst lobte diesen Prozess als "eine große Leistung eines Teams von Spezialisten". Noch im Sommer werden Schlepper das AKW in den Nordosten Russland befördern, woraufhin der Strom die Stadt Pewek sowie Gas- und Ölbohrinseln voraussichtlich im Dezember 2019 mit Energie versorgen soll.

Das AKW dient wohl auch dazu, Regionen mit schlechter Infrastruktur mit Strom zu versorgen. Auch der Export der Technik ins Ausland sowie der Einsatz weiterer schwimmender Kraftwerke seien nicht ausgeschlossen.

"Tschernobyl auf dem Wasser"

Naturschutzorganisationen wie Greenpeace schreien auf. Sie kritisieren, dass es bisher keine Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben habe. Bedrohlich ist auch, dass die Einsatzregion keine erforderliche Infrastruktur aufweist, mit der das Gebiet durch Havarie ausgelösten Katastrophen gewachsen wäre. Greenpeace verwendet deswegen die drastische Bezeichnung "Tschernobyl auf dem Wasser".

Während Putin den Einsatz des schwimmenden Atomkraftwerks vorantreibt, macht er in Sachen Internet völlig dicht – er plant Russland vom weltweiten Internet abzuschotten, um für einen möglichen Cyberwar gewappnet zu sein. Nicht nur auf dem Wasser setzt Russland kritische Mittel ein – auch die Lüfte werden von beängstigenden KI-Kampfdrohnen erobert. Die tödliche Technik der Kalaschnikow-Drohne ist besonders erschreckend.

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