Netzpolitik 

Von wegen Energiewende: Nicht einmal 3 Prozent der Regierungsfahrzeuge sind E-Autos

Die Bundesregierung um Angela Merkel möchte Elektromobilität fördern. Doch auf der Straße gelingt es den Mitgliedern selbst nicht.
Die Bundesregierung um Angela Merkel möchte Elektromobilität fördern. Doch auf der Straße gelingt es den Mitgliedern selbst nicht.
Foto: imago images / Christian Spicker
Die Regierungsmitglieder predigen Nachhaltigkeit, fahren selbst aber lieber Benziner oder Diesel. Der Anteil an Elektroautos ist erschreckend gering.

Nachhaltigkeit, schön und gut. Ganz so ernst scheint die Bundesregierung das Thema Elektromobilität aber nicht zu nehmen. Auf Nachfrage der Grünen offenbarte sich eine ziemlich kleine Anzahl an E-Autos im Bundesiministerium.

Nicht einmal 3 Prozent der regierungseigenen Fahrzeuge sind E-Autos

Das Ziel, in der Bundesregierung auf E-Mobilität zu setzen, scheint in weiter Ferne zu liegen. Eigentlich sollten mindestens 20 Prozent der Kraftfahrzeuge durch E-Autos ausgetauscht werden.

Auf Anfrage der Grünen, gab das Bundesinnenministerium bekannt, dass gerade einmal 2,6 Prozent der Autos von Regierungsmitgliedern elektrisch betrieben werden. Das ergibt bei gut 29.000 Fahrzeugen mickrige 761 E-Autos, so berichtete es die Onlineplattform t3n.

Das Bundespresseamt fährt am umweltfreundlichsten

Das Bundespresseamt scheint die Ausnahme zu sein. Die Fahrzeuge sind zu 87,5 Prozent grün. Im Entwicklungshilfeministerium haben vier von fünf Autos einen Elektromotor.

Im Verteidigungsministerium sind es lediglich 1,1 Prozent, im Verkehrsministerium gerade einmal 5,7 Prozent. Das Wirtschaftsministerium sowie das Forschungsministerium stehen dagegen mit 19,5 beziehungsweise 30 Prozent schon etwas besser da.

"Unglaubwürdig"

„Mit diesen beschämenden Zahlen machen sich Kanzlerin Merkel und ihre Minister bei der Elektromobilität unglaubwürdig“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn.

Letztes Jahr wurden knapp 10.000 neue Fahrzeuge für die Bundesregierung angeschafft – davon besaßen lediglich 312 einen Elektromotor. Bereits im April 2016 wollte die Bundesregierung mit einem Maßnahmenpaket Elektromobilität fördern. Sie wollte 100 Millionen Euro für die Mehrkosten von Elektrofahrzeugen für den Fuhrpark der Bundesressorts zur Verfügung stellen. Bis Mitte Juni 2018 wurden nur 2,4 Prozent dieses Geldes verwendet.

Verkehrsminister Scheuer will die Elektromobilität ausbauen: Um neue Stationen zu bezuschussen, fordert er eine Milliarde Euro aus dem Bundeshaushalt. Eine kürzlich erschienene Studie zu Elektromobilität erntete massiv Kritik, da sie behauptete, dass Diesel-Fahrzeuge weniger CO2 ausstoßen als E-Autos.

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