Netzpolitik 

Zensur für WhatsApp? Facebook testet bereits KI-Moderation für Chats

Zensur für WhatsApp könnte bald die Realität sein.
Zensur für WhatsApp könnte bald die Realität sein.
Foto: imago images/Westend61
Schimpfen oder fluchen könnte auf WhatsApp bald der Vergangenheit angehören. Facebook testet eine künstliche Intelligenz, die als Moderator fungiert. Das musst du zur Zensur für WhatsApp wissen.

WhatsApp, Telegram oder Threema: Eine große Neuerung steht den Messenger-Diensten in Deutschland bevor. Die Betreiber solcher Apps sollen in Zukunft auf richterliche Anordnung hin verpflichtet sein mitzuschneiden, was ihre Nutzer kommunizieren. Diese Inhalte sollen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Was mit mehr Sicherheit für den Nutzer begründet wird, wird auf Dauer bedeuten, dass eine Zensur in den sozialen Netzwerken möglich ist und die Privatsphäre flöten geht. Viele Dienste sprachen sich dagegen aus. Nur ein Unternehmen war nicht abgeneigt: Facebook zieht die Zensur für WhatsApp in Erwägung.

WhatsApp &Co.: Zensur für Messenger-Dienste

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) forderte Zugang für die standardmäßige Ende-zu-Ende-verschlüsselten (end-to-end encryption oder auch E2EE) Chats und Telefonate auf sämtlichen Messenger-Diensten. Sollten sich die Dienste weigern, die Informationen rauszurücken, soll die Bundesnetzagentur diese Nutzer auch sperren dürfen.

Bei den verschiedenen Social Media-Diensten kam diese Aufforderung nicht gut an. Vor allem die Betreiber von Threema gaben bekannt, dass sie nicht dazu bereit wären, wie Computer Bild berichtet. Es gehe hier um die Garantie für eine vertrauliche Kommunikation. Doch für den zum Facebook gehörigen Dienst WhatsApp scheint die Zensur nicht sehr abwegig.

Bestätigt: WhatsApp wird bald eingestellt – doch mit diesen Handys bist du safe

WhatsApp präsentiert künstliche Intelligenz als Moderator

Facebook stellte ein Entwicklungsprojekt vor, in dem eine künstliche Intelligenz als Moderator in die Chats eingreifen kann. WhatsApp verfolgt damit genau drei Punkte:

  • Keine Beschimpfungen
  • Keine Bedrohungen
  • Keine Werbung

Das klingt erst einmal nach einem guten Plan, allerdings sollen die Nachrichten noch vor der Verschlüsselung überprüft werden. Da dies technisch nicht auf den Smartphones selbst möglich ist, würden die Nachrichten laut Forbes über den Facebook-Server geleitet werden, bevor sie an den Empfänger rausgehen.

Somit liest Facebook nicht nur deine WhatsApp-Nachrichten mit, sondern auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung würde wegfallen. Auf diese Weise könnte das Unternehmen nicht mehr behaupten, dass es keinen Zugriff auf die Nutzer-Inhalte habe, wenn es von Regierungen angefragt wird. Gesetze und Urteile könnten Facebook in kürzester Zeit dazu zwingen, Nutzer-Informationen herauszugeben.

Ob und wann die KI-Moderation auf WhatsApp tatsächlich eingeführt wird, ist bislang unklar. In China ist WhatsApp schon länger zensiert. Für viele Handys droht allerdings sowieso bald das WhatsApp-Aus. Bist du betroffen?

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