Netzpolitik 

Digitaler Greis: Auf dieses Soziale Netzwerk hat Seehofer keine Lust mehr

Kein großes Durchhaltevermögen: Nach einem Jahr mit zwei Tweets lässt Seehofer seinen Account löschen.
Kein großes Durchhaltevermögen: Nach einem Jahr mit zwei Tweets lässt Seehofer seinen Account löschen.
Foto: imago images /Sven Simon
"Von so einer Community möchte ich nicht Teil sein." Seehofer gefalle der Umgangston im Internet nicht, deswegen halte er sich fern.

Eigentlich kann man sagen, dass Twitter von allen sozialen Netzwerken bei den Politikern am beliebtesten ist: In Deutschland ist Markus Söder ganz vorne mit dabei, auf internationaler Ebene erregt vermutlich Donald Trump das meiste Aufsehen mit seinen Tweets. Nur einer mag sich nicht so recht mit dem Mikroblogging-Dienst anfreunden: Unser Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Horst Seehofer kehrt Twitter den Rücken zu

Das war eine kurze Twitter-Karriere: Kein Jahr nachdem Horst Seehofer (CSU) seinen ersten Tweet abgesetzt hat, hat er sich entschieden, sein Profil löschen zu lassen. Hätte er es nicht gesagt, wäre es uns vermutlich auch nicht aufgefallen. Denn: In einem Jahr twitterte er nur zwei Mal.

"Flach, gehässig und bösartig"

Gegenüber dem Donaukurier gab der Politiker an, in seinem Ministerium gebe es ein Social Media-Referat, das die Öffentlichkeitsarbeit auf den sozialen Netzwerken sehr seriös mache.

Über das Feedback sei er jedoch erschrocken: "Gelegentlich schaue ich mir dann an, wie das kommentiert wird, und was ich da lese, ist oft dermaßen platt und flach, gehässig und bösartig - nein, von so einer Community möchte ich nicht Teil sein."

Twitter-Karriere nach einem Jahr beendet

Dass Twitter ein wichtiges Medium für Politiker und deren Wähler ist, hatte Seehofer vergangenes Jahr eigentlich verstanden.

"Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil ich manche Wahrheiten sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme", sagte Seehofer damals. Er kündigte an, Twitter zu nutzen, aber vielleicht "in einem anderen Stil" als US-Präsident Donald Trump. Tatsächlich setzte Seehofer seinen ersten Tweet dann im September 2018 ab.

Es bleibt spannend: Gerade den Konservativen wird in letzter Zeit verstärkt vorgeworfen, den Zugang zur jungen Wählerschaft zu verlieren. Twitter wäre eigentlich das ideale Medium, um mit der jüngeren Generation in den Dialog zu treten.

Das Internet hat Seehofer jedoch ohnehin noch nicht ganz verstanden: Der Innenminister will Messengerdienste gesetzlich zwingen, Chats für die Polizei zu entschlüsseln.

Vielleicht hat Horst Seehofer jedoch einfach nur Angst um seine Privatsphäre? Auch Twitter sammelt heimlich deine Daten: Deine Tweets geben mehr Infos preis, als dir vielleicht lieb ist.

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