Netzpolitik 

Schock für Shopping-Verrückte: Sind Black Fridays Zeiten vorbei?

Musst du den Black Friday bald anders nennen?
Musst du den Black Friday bald anders nennen?
Foto: Getty Images/iStockphoto / AndreyPopov/iStockphoto
Black Friday – das beliebte Shopping-Event beschert Kaufverrückten Schnäppchen im Jahresrythmus. Musst du bald aufpassen wie du den Tag nennst?

Am 29. November ist es wieder so weit. Es ist Black Friday – Onlinehändler öffnen ihre Scheunentore und überhäufen Shopping-Verrückte weltweit mit zahlreichen Angeboten. In Deutschland gibt es diesebezüglich allerdings seit einiger Zeit ein Kontroverse über die richtige Bezeichnung des Shopping-Events.

Die Rechte über den Begriff "Black Friday" liegen in Hongkong

In Deutschland ist die Bezeichnung "Black Friday" nämlich markenrechtlich geschützt, als sogenannte Wortmarke. Dies bedeutet das, wer den Ausdruck auf kommerzielle Weise nutzen will, Gebühren an den Inhaber der Markenrechte zahlen muss. In diesem Fall ist das die Hongkonger Firma Super Union Holdings Ltd.

Seit einigen Jahren besitzt das Unternehmen den Begriff "Black Friday" und seine diese Rechtsansprüche auch durch. So lässt das Unternehmen Abmahnungen an Firmen verschicken, die den Begriff unerlaubt benutzen. Kosten von bis zu 4.000 Euro könne auf diese Weise zusammenkommen, von der Unterlassungserklärung und dem Verlust, der durch die fehlende Werbung entsteht, ganz zu schweigen.

In Deutschland regt sich Widerstand

Diesen Zustand will ein Zusammenschluss aus 16 Unternehmen nicht mehr länger hinnehmen und haben das Bundespatentgericht beauftragt, rechtlich verbindlich zu prüfen, ob es sich der Begriff „Black Friday“ überhaupt markenrechtlich geschützt werden kann, oder ob es sich hierbei um allgemeinen Sprachgebrauch handelt. In diesem Fall müsste der Eintrag im Markenregister nämlich gelöscht werden.

Falls das Gericht jedoch zu Gunsten von Super Union Holdings Ltd. entscheidet, müssen Händler, die den Begriff nutzen möchten, entsprechende Gebühren an das Hongkonger Unternehmen abtreten. Händler, die dies vermeiden möchten, wären gezwungen, auf verwandte, weniger bekannte Begriffe auszuweichen.

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Wenn du 29. November 2019 dann deinen Einkaufswagen füllst, wäre die richtige Bezeichnung davon abhängig, ob der jeweilige Händler für die Nutzungsrechte an dem Begriff "Black Friday" gezahlt hat. Tat er dies nicht, dürfte er seine Schnäppchen nicht unter dem Label "Black Friday" bewerben. Dies bescherte der Online-Shopping-Community bereits geistige Ergüsse, wie Black Freuday oder Black Fri-Yay.

Die Chancen stehen gut, dass dir der gewohnte Black Friday erhalten bleiben wird

Wie das Urteil am Ende ausgehen wird, ist noch ungewiss. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass das Bundespatentgericht eine Löschung des Begriffs "Black Friday" aus dem Markenregister anordnen könnte. In diesem Fall dürfte jeder Online-Händler den Begriff nutzen, ohne vor Sanktionen Angst haben zu müssen und du wärst von Alternativwörtern wie "Red Friday" verschohnt. Aber aufgepasst: Online-Shopping birgt auch Gefahren: diese beliebte Shopping-App solltest du mit Vorsicht genießen. Auch andere Onlineshops, wie Wish oder Alibaba, sollte man nicht ganz unbedarft nutzen.

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