Netzpolitik 

Hongkong-Proteste zerschlagen: Chinesische Propaganda macht das zum Spiel

Das Spiel "Schlagt alle die Verräter" ist Teil einer chinesischen Kampagne gegen die Hongkong-Proteste.
Das Spiel "Schlagt alle die Verräter" ist Teil einer chinesischen Kampagne gegen die Hongkong-Proteste.
Foto: dalaoshu.net
Die Lage der Hongkong-Proteste ist mehr als nur angespannt. Ein neuveröffentlichtes chinesisches Propaganda-Spiel zeigt jedoch, wie auch Unternehmen die Regierung unterstützen.

Täglich gehen Bilder von Verletzten um die Welt. Zehntausende Bürger, die sich im Rahmen der Hongkong-Proteste für die Abspaltung von China einsetzen, treffen auf eine gewaltige Anzahl einsatzbereiter Polizeibeamter. Die Begegnung verläuft nur selten friedlich und auch Journalisten und Unbeteiligte geraten häufig ins Kreuzfeuer aus Tränengas und Wurfgeschossen. In einem neuen chinesischen Propaganda-Spiel wird diese Situation nun ins Lächerliche gezogen und die Aktivisten als zombiehafte Verräter dargestellt.

Hongkong-Proteste heruntergebrochen auf ein Spiel

Einen von vielen Anstößen zu den Protesten der Hongkonger Bevölkerung gegen die Volksrepublik China gab ein Auslieferungsgesetz. Nachdem Zehntausende sich im Rahmen verschiedener Aktionen gegen das Dekret positioniert hatten, legte die Regierung ihr Vorhaben auf Eis. Es hätte bewirkt, dass Straftäter, aber auch Systemkritiker an China hätten ausgeliefert werden dürfen.

Beide Seiten feilen derweil fortlaufend an Mitteln und Methoden den jeweiligen Antagonisten auszustechen. Während das Spiel "Befreie Hongkong" einen Demonstranten zeigt, der vor Einsatzteams der Polizei flieht, ist "Schlagt alle die Verräter" für die chinesische Seite gedacht. Dabei kannst du unter verschiedenen Utensilien wählen, mit denen du die nahenden "Verräter" verprügeln kannst.

China in Hongkong: Der Kampf gegen "Ratten" und "Verräter"

"Hongkong ist ein Teil Chinas, und dies kann nicht von außen angegriffen werden", heißt es auf der Website des Spiels. Im Verlauf wird nicht nur subtil impliziert, dass die Proteste von US-amerikanischen Geldgebern gesteuert würden – speziell von der Diplomatin Julie Eadeh.

"Offizielle chinesische Medienberichte über unseren Diplomaten in Hongkong sind von verantwortungslos zu gefährlich geworden", hieß es bereits im August seitens der Regierungssprecherin Morgan Ortagus. "Das muss aufhören. Die chinesischen Behörden wissen genau, dass unsere akkreditierten Konsularbeamten genau wie Diplomaten aus allen anderen Ländern ihre Arbeit tun."

Tatsächlich beziehen auch internationale Konzerne Stellung für China. So geriet jüngst etwa der Publisher Blizzard in die Kritik, da er china-kritische Foren und Einträge zensierte.

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