Netzpolitik 

Darum bringt das Selfie mit einem Huawei-Handy Boris Johnson in die Bredouille

In der Frühstückssendung "This Mornig" trat der britische Premierminister Boris Johnson mit einem Huawei-Handy auf.
In der Frühstückssendung "This Mornig" trat der britische Premierminister Boris Johnson mit einem Huawei-Handy auf.
Foto: ITV / This Morning
Der britische Premierminister Boris Johnson schoss jüngst ein Selfie im Frühstücksfernsehen – mit einem Huawei-Handy. Für seine Kritiker ist das ein gewonnenes Fressen.

Nicht zuletzt aufgrund von Verhaltensweisen, die er im Rahmen der Brexit-Verhandlungen an den Tag legte, gilt der britische Premierminister Boris Johnson als äußerst umstritten. Nun jedoch scheinen sich seine Kritiker an eine Aktion des konservativen Politikers zu klammern, die banaler wohl kaum sein könnte: ein Selfie. Der große Aufschrei bezieht sich auf die Tatsache, dass es sich dabei um ein Huawei-Handy handelt.

Boris Johnson: Was ist an einem Huawei-Handy schlimm?

Wie die Bundesrepublik sucht auch Großbritannien derzeit nach Ausrüstern, die sich dem Ausbau des 5G-Netzes im Land annehmen. Dortzulande fiel der erste Blick ebenfalls auf den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei, der seine Wettbewerber mitunter durch fortschrittliche Technologie und internationalen Erfolg auszustechen weiß. Doch sträuben sich viele Sicherheitsexperten und Politiker vehement gegen das Unternehmen.

Der Grund erscheint relativ simpel, denn wie für viele erfolgreiche chinesische Konzerne üblich, ist auch Huawei sehr regierungsnah. Würde sich der Konzern in britische oder deutsche Netzangelegenheiten einmischen, könnten damit unberechenbare Sicherheitsrisiken einhergehen, die nicht zuletzt auch Boris Johnson in der Vergangenheit immer wieder für seine Argumentation gegen Huawei als 5G-Ausrüster genutzt hat.

Dennoch zeigte sich der britische Premier während der Frühstückssendung "This Morning" mit einem Huawei-Handy, dem P20 Pro.

Boris Johnson und sein Huawei-Handy: Deshalb ist es halb so wild

Einem Sprecher Conservative Party zufolge soll es sich dabei jedoch nicht um das Huawei-Handy des Premierministers handeln. Johnson habe es sich lediglich von einem Mitarbeiter geliehen. So oder so bleibt die Frage, warum die Tatsache, dass Boris Johnson ein Huawei-Handy für sein Selfie genutzt hat, überhaupt eine Rolle spielt. Immerhin macht es noch immer einen Unterschied, ob eine Person oder eine ganze Nation von einem Ausrüster abhängig ist.

Dennoch: Ebenso, wie nun eine staatliche WhatsApp-Alternative die Sicherheit erhöhen soll, bergen auch einige Ausrüster und Hersteller Risiken, die in den falschen Händen auch die Sicherheit eines Staates gefährden könnten. Nicht umsonst fürchten viele Experten den Vormarsch von Huawei in Deutschland und die Entwicklung einer Überwachungsmaschinerie à la China.

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