Netzpolitik 

Donald Trump will einfacher iPhones knacken – doch Apple widersetzt sich

US-Präsident Donald Trump und Apple-Chef Tim Cook stehen derzeit auf Kriegsfuß miteinander. Es geht um die Möglichkeit, dass das FBI iPhones entsperren kann ohne Code.
US-Präsident Donald Trump und Apple-Chef Tim Cook stehen derzeit auf Kriegsfuß miteinander. Es geht um die Möglichkeit, dass das FBI iPhones entsperren kann ohne Code.
Foto: AP/Manuel Balce Ceneta
Der US-Präsident will, dass das FBI Zugang zu gesperrten iPhones ohne Code hat. Doch Apple weigert sich, Donald Trumps Befehl Folge zu leisten.

Donald Trump ist gar nicht zufrieden mit Apple. Der US-Präsident fordert den Technologiekonzern dazu auf, Strafverfolgungsbehörden wie dem FBI Zugang zu gesperrten Smartphones von Kriminellen zu gewähren. Das Unternehmen weigert sich bisher, es zu erlauben, iPhones zu entsperren. Ohne Code gehe gar nichts. Es kontert und spricht von unzureichender Informationslage.

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Donald Trump vs. Apple: Streit zwischen Großen

Anfang des Jahres ist ein heftiger Streit zwischen Donald Trump und Apple entbrannt, der alte Wunden wieder aufreißt. Es geht darum, dass der US-Präsident und seine Regierung den Zugang zu gesperrten iPhones in Strafverfahren fordern. Apple wiederum verweigert das.

Nun spitzt sich die Sache zu, unter anderem wegen eines Kommentars von Donald Trump auf Twitter. Am Dienstagabend (Ortszeit) ließ er auf dem Kurznachrichtendienst verlauten, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen und anderen Dingen "die ganze Zeit". Dennoch erlaube es der Konzern den Behörden nach wie vor nicht, iPhones zu entsperren, ohne den Code zu kennen. Genau das sei aber so dringend notwendig, um Drogendealern, Mördern und anderen Kriminellen beizukommen.

"Sie müssen sich jetzt der Herausforderung stellen und unserem großartigen Land helfen!", fordert Donald Trump Apple auf.

Apple bleibt hart: iPhone-Sperre "ohne Hintertür"

Nicht nur Donald Trump, auch US-Justizminister William Barr hatte erneut Kritik an Apple geübt. Am Montag sagte er, Apple habe "keine substanzielle Hilfe" geleistet bei der Aufklärung des Angriffs eines saudischen Offiziers auf einem Marinestützpunkt in Florida im Dezember 2019. Apple solle zwei iPhones entsperren, ohne den Code knacken zu müssen. "Es ist sehr wichtig zu wissen, mit wem und über was der Schütze kommuniziert hat, bevor er starb", sagte der Minister.

Das lehnt der Konzern bisher rigoros ab, mit dem Ergebnis, dass die iPhone-Sperre ohne Hintertürchen bleibt. Andernfalls sei die Datensicherheit der Nutzer in Gefahr. Zudem habe man seit der entsprechenden FBI-Anfrage vom 6. Dezember "eine breite Auswahl an Informationen" bereitgestellt, zum Beispiel zu Back-ups in der iCloud und mehr. Der Schlüssel dafür wird ebenfalls in der Cloud gelagert, während iPhones nur mit Code entsperrt werden können.

Außerdem beschwert sich Apple darüber, dass der Konzern erst einen Monat später, am 6. Januar, von der Existenz eines zweiten iPhones erfahren habe. Ermittler hätten schon heute Zugang zu mehr Daten denn je. "Wir haben immer betont, dass es keine Hintertür nur für die Guten geben kann", so der iPhone-Konzern.

Trump und Apple: Beziehungskrise

2015 hatte sich Apple nach einem Anschlag lieber vom FBI verklagen lassen als Software herauszurücken, mit der es möglich wäre, iPhones zu entsperren ohne den Code zu kennen. Damals erhielten die Behörden mithilfe eines externen Dienstleisters Zugriff auf das Gerät. Die Klage wurde fallen gelassen.

Derweil regte sich Donald Trump über Twitter auch über den iPhone-Home-Button auf. Außerdem verbreitete Trump diese falsche Apple-News. Das Verhältnis zu Apple-CEO Tim Cook scheint das zumindest offiziell nicht zu berühren. Trotzdem: So denken die Apple-Mitarbeiter über Donald Trump und Tim Cook. Übrigens: Hast du deinen Handy-PIN vergessen und willst dein iPhone entsperren ohne Code, tu das.

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