Netzpolitik 

Die Amazon-Garantie weist eine große Lücke auf

Die Amazon-Garantie weist leider eine Lücke auf, wie ein Gerichtsurteil jetzt zeigt.
Die Amazon-Garantie weist leider eine Lücke auf, wie ein Gerichtsurteil jetzt zeigt.
Foto: iStock/svetikd
Die Amazon-Garantie sichert, dass du in bestimmten Fällen dein Geld zurück bekommst. Doch ein Gerichtsurteil zeigt jetzt, dass sie dich nicht immer schützt.

In bestimmten Fällen, wie beispielsweise bei Mängel eines gekauften Produkts, bekommst du über die "A-bis-Z-Garantie" von Amazon dein Geld zurück. Doch wie jetzt ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zeigt, schützt diese Amazon-Garantie Käufer nicht vor den Forderungen der Verkäufer.

Amazon-Garantie ist nicht immer sicher

Die Amazon-Garantie ist für all jene Online-Käufer gedacht, die Produkte kaufen, welche nicht von Amazon selbst, sondern von anderen Händlern verkauft werden. Das sind sogenannte Markteplace-Artikel. In der Regel bekommst du als Käufer das Geld für ein Produkt zurückerstattet, wenn es zum Beispiel Mängel aufweist. Doch das Gerichtsurteil des BGHs, welches am 8. Mai 2020 veröffentlicht wurde, zeigt jetzt, dass der Kunde dabei nicht von den Forderungen des Verkäufers geschützt ist.

Amazon-Garantie: Hintergründe des Gerichtsurteils

In dem Fall um die Amazon-Garantie (VIII ZR 18/19) geht es um einen Kaminofen für etwa 1.300 Euro. Ein Kunde kaufte den Kaminofen, installierte ihn und überwies das Geld an Amazon. Der Online-Händler schrieb wiederrum das Geld dem Verkäufers gut.

Da der Käufer offenbar Mängel am Kaminofen feststellte, beantragte er die Amazon-Garantie. Infolgedessen buchte der Online-Riese das Geld wieder vom Verkäufer-Konto ab und überwies es zurück an den Kunden. Doch der Verkäufer verklagt nun den Käufer und möchte das Geld für den Kaminofen haben.

Zuletzt wies das Landgericht Leipzig mit dem Verweis auf die Amazon-Garantie die Klage ab. Doch der BGH beurteilt den Fall anders: Die "A-bis-Z-Garantie" beruhe nämlich auf eine Abrede zwischen Amazon und dem Käufer. Dies sei kein Hindernis dafür, dass der Verkäufer kein Geld verlangen könne. Unter anderem wird dies damit begründet, dass der Prüfungsmaßstab für die Garantie unklar sei. Der Käufer müsse nämlich keine Voraussetzungen nachweisen und Verkäufer könne sich nicht dagegen wehren. Damit könnte es keine Lösung des Streits geben, die vollständig sowohl die Interessen des Käufers als auch des Verkäufers wiederspiegelt.

Nutzt die Amazon-Garantie überhaupt?

Laut des BGHs hat die Amazon-Garantie dennoch Vorteile. So bekommt der Käufer immerhin zunächst das Geld für ein reklamiertes Produkt zurück, ohne klagen zu müssen. Der Verkäufer muss hingegen gerichtlich vorgehen, um seinen Anspruch geltend zu machen. Im Fall des Kaminofens muss das Langgericht nun noch einmal klären, ob das gekaufte Produkt Mängel aufweist und der Käufer sein Geld behalten darf.

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