Netzpolitik 

Corona-App: Merz fordert Standort-Verfolgung

Friedrich Merz (CDU) will die Corona-App standortbezogene Daten erfassen lassen.
Friedrich Merz (CDU) will die Corona-App standortbezogene Daten erfassen lassen.
Foto: Getty Images/Bernd von Jutrczenka - Pool/Adam Berry [M]
Im Kampf um den CDU-Vorsitz spielt auch die herrschende Pandemie eine wichtige Rolle. Friedrich Merz etwa will die Corona-App nun auch Standortdaten erheben lassen.

Über den Funktionsumfang der Corona-App wird bereits seit Monaten diskutiert. Die einen fordern, dass das Programm mehr Daten sammelt, während es sich andere gar nicht erst aufs Smartphone laden wollen. Einen besonders radikalen Schritt plant nun offenbar Friedrich Merz (CDU). Er will, dass die Corona-App der Bundesregierung nun sogar Standortdaten ihrer Nutzer bezieht.

YouTube-Video: #CTALK mit Friedrich Merz

Corona-App soll GPS-Daten sammeln

Politik und Recht seien in der Bundesrepublik "viel zu viel auf den individuellen Datenschutz ausgerichtet", bemängelt Merz als einer der Anwärter auf den Parteivorsitz der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU). Vor allem im Kontext der herrschenden Pandemie führe das zu einigen Problemen, die man durch striktere Maßnahmen beheben könne. So könne die Erhebung standortbezogener Daten durch die Corona-App die weitere Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 weit effektiver bekämpfen.

"Warum kann nicht das Gesundheitsamt wissen, wo ich bin?", plädiert der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Ich hab damit keine Probleme." Vor allem die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung "können Sie nicht der untersten Ebene überlassen".

Kritik ernten jedoch nicht nur Merz' Pläne zur Erfassung standortbezogener Daten, um die bisherige Funktionalität der Corona-App auszuweiten. So äußert sich der 65-jährige Jurist mit unter positiv über die stark umkämpfte Reform des Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt der EU, insbesondere die heftig kritisierten Artikel 15 (ehem. 11) und 17 (ehem. 13) sowie das Netzdurchsetzungsgesetz (NetzDG).

Gesundheit gegen Datenschutz?

Die deutsche Corona-App beansprucht bislang nur ein Mindestmaß an Informationen für sich. In Singapur und Australien sieht das Ganze bereits etwas anders aus. Die dort genutzte Software tritt Nutzerdaten mitunter an Geheimdienste und Polizeibehörden ab. Diverse Politiker und Gesundheitsexperten fordern mittlerweile, in Deutschland lebende Menschen zur Nutzung der Corona-App zu verpflichten. Um der Herrschenden Pandemie entgegenzuwirken wollen sich zudem zwei Unternehmen einigen Verbesserungen der Corona-App annehmen.

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