Als Gründer und Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks hat sich Julian Assange im Laufe der vergangenen 15 Jahre einige Feinde gemacht. Vor allem die Regierung der USA hat großes Interesse daran, den investigativen Journalisten und Politaktivisten in die Finger zu bekommen. Grund dafür ist mitunter der Vorwurf der Spionage. Sollte Assange in allen Anklagepunkten, mit denen ihm die US-amerikanische Staatsanwaltschaft gegenübertreten will, schuldiggesprochen werden, stünde ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu 175 Jahren bevor.

Briten wollen Julian Assange ausliefern

Der Supreme Court, das höchste britische Gericht, hat am Montag Assanges Berufung gegen den Auslieferungsentscheid an die Vereinigten Staaten abgelehnt. Damit steht dem Vorgang nun beinahe nichts mehr im Weg. Grund für die Zurückweisung des Antrags sei die Tatsache gewesen, dass der Fall des Journalisten „keine vertretbare Rechtsfrage“ aufwerfe. Nun bleibt Julian Assange nur noch eine letzte Instanz, um die Auslieferung zu verhindern: der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Barry Pollack, einer der Anwälte, die den WikiLeaks-Gründer vertreten, habe das Urteil als „äußerst enttäuschend“ bezeichnet, zitiert das Handelsblatt. Zur weiteren Strategie wahrte die juristische Vertretung aber Stillschweigen. Klar scheint aber, dass Assange auch weiterhin gegen die Auslieferung an die USA und damit eine mindestens jahrzehntelange Haftstrafe vorgehen wird.

Was genau wird Assange vorgeworfen?

In insgesamt 18 Fällen soll der Journalist spioniert haben oder unerlaubt in Computersysteme eingedrungen sein. Damit habe er mitunter der Geheimdienstanalystin und Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen. Via WikiLeaks veröffentlichten Julian Assange und sein Team später streng geheime diplomatische Nachrichten und Militärakten.

Verhaftet wurde der Hacktivist ursprünglich, weil er in einem anderen Verfahren gegen dessen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Damals hatte sich Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt, um einer Auslieferung an schwedische Behörden zu entgehen. Vorgeworfen wurden ihm damals minderschwere Vergewaltigung sowie sexuelle Nötigung. Später wurden die Ermittlungen der schwedischen Behörden eingestellt.

Seit 2019 sitzt der WikiLeaks-Gründer im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh ein.

Quelle: Handelsblatt

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