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Google Chrome in Zukunft mit stets aktivem Adblocker

Foto: Pixabay
Das Wall Street Journal berichtet, dass auf diese Weise bewusst gegen Werbung vorgegangen werden soll, die eine schlechte Nutzerfahrung zur Folge hat.

Zu Werbung, die diese Kriterien erfüllt, zählen insbesondere Formate mit Videos, die automatisch abgespielt werden, sowie Pop-ups. Google wollte sich bislang nicht zu dem Bericht äußern. Laut dem Wall Street Journal könnte die Maßnahme in den nächsten Wochen angekündigt werden, einzelne Details werden aber noch geklärt. Es sei auch durchaus möglich, dass Google den Plan in letzter Sekunde zurückzieht.

Googles Einnahmen mehrheitlich aus Werbegeschäft

Es ist ein gewagtes Vorhaben: Chrome ist mit rund 52 Prozent Marktanteil (StatCounter) der mit Abstand beliebteste Browser. Zudem stammt der Löwenanteil von Googles Einnahmen aus dem Werbegeschäft. Allein im vierten Quartal 2016 erwirtschaftete man Umsätze in der Höhe von 22,4 Milliarden US-Dollar über Online-Werbung. Doch trotz der marktbeherrschenden Stellung Googles könnte der Plan von der Werbebranche unterstützt werden.

"Coalition for Better Ads"

Google gründete gemeinsam mit zahlreichen anderen einflussreichen Unternehmen im Vorjahr die „Coalition for Better Ads“. Dieser gehören unter anderem der deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), die Washington Post, Reuters, Procter&Gamble und viele andere wichtige Verbände, beispielsweise der Online-Werbeverband IAB (Interactive Advertising Bureau) an. Vergangenen Monat wurde eine Liste der „fragwürdigsten Werbe-Erfahrungen“ veröffentlicht, die fragwürdige Werbeformate im Netz definiert.

Google arbeitet mit Feedback der Branche

Diese Liste könnte als Basis für Googles Adblocker dienen. Während am Desktop automatisch abgespielte Video-Werbung mit Ton und Werbung mit Countdown kritisiert wird, sorgen auf dem Smartphone vor allem sogenannte „Scrollover“-Werbungen im Vollbild-Format sowie Werbung, die mehr als 30 Prozent des Bildschirms einnimmt, für Ärger. Im Gegensatz zur umstrittenen „Acceptable Ads“-Liste von Adblock Plus hat sich Google somit vorher Feedback von der Branche eingeholt.

Die Eyeo GmbH, das Unternehmen hinter Adblock Plus, stand immer wieder in der Kritik, weil man sich den Weg auf die „Acceptable Ads“-Liste angeblich erkaufen könne. Die in der Kritik stehenden Werbeformate werden teilweise bereits seit längerer Zeit von Google durch ein schlechteres Ranking in der Suchmaschine abgestraft.

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