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Warum sind iPhones in Deutschland eigentlich teurer?

Das iPhone XS Max (links) und das iPhone XS sind nur zwei der neuen iPhones.
Das iPhone XS Max (links) und das iPhone XS sind nur zwei der neuen iPhones.
Foto: NOAH BERGER/AFP/Getty Images
iPhones sind in den USA meist billiger als in anderen Ländern. Besonders deutsche Kunden zahlen bei den Apple-Smartphones kräftig drauf. Warum das so ist, erklären wir euch.

Es ist eine Frage, die sich vermutlich viele Apple-Kunden schon einmal gestellt haben: Warum eigentlich sind iPhones in Deutschland so viel teurer als anderswo? Nun, dafür gibt es verschiedene Gründe.

Dass die Verkaufspreise der iPhones steigen mit jedem Jahr. Vodafone kündigte deutschen Kunden sogar Verträge, weil sich weil das neue iPhone XS Max (hier im futurezone-Test) so teuer ist, dass sich ein spezieller Tarif des Mobilfunkunternehmens nicht mehr rechnet. Apple-CEO Tim Cook sagte den Kritikern seiner Preispolitik dasselbe wie beim Marktstart des iPhone X 2017: Wir sollen uns alle nicht so anstellen.

200 Euro mehr für ein iPhone in Deutschland

Deutsche Kunden dürften sich noch mehr ärgern, denn im Vergleich zahlen vor allem sie beim Preis (zusammen mit anderen westeuropäischen Ländern) deutlich drauf. Die neuen iPhones kosten hierzulande wie folgt:

  • iPhone Xs: 1.149 Euro (64 GB), 1.319 Euro (256 GB), 1.549 Euro (512 GB)
  • iPhone Xs Max: 1.249 Euro (64 GB), 1.419 Euro (256 GB), 1.649 Euro (512 GB)
  • iPhone Xr: 849 Euro (64 GB), 909 Euro (128 GB), 1.019 Euro (256 GB)

Das ist um einiges mehr, als Nutzer in den USA, Japan oder anderen Ländern zahlen müssen, wie auch Bloomberg errechnet hat. Genauer gesagt ist es ein Aufschlag von 32 bis 33 Prozent auf den US-Verkaufspreis, wie die Grafik unten zeigt. So liegt der US-Preis für das günstigste der neuen Modelle, das iPhone Xr mit 64 GB bei 749 Dollar, was eigentlich beim aktuellen Wechselkurs nur 637 Euro ergeben dürfte. Apple schlägt jedoch über 200 Euro in Deutschland drauf.

Teure iPhones in Deutschland: Was sind die Gründe?

Das preispolitische Phänomen ist nicht neu: Auch in der Vergangenheit hatten Nutzer den Deutschland-Aufschlag scharf kritisiert. Ein flüchtiger Ländervergleich reicht aber nicht aus, um die Strategie zu verstehen, die im Übrigen auch von anderen Unternehmen Westeuropa auferlegt wird. Die Gründe für die Unterschiede speziell zwischen US-amerikanischen und deutschen iPhone-Preisen sind vielfältig.

  • Grund 1: Die Mehrwertsteuer

Deutschland und die USA unterliegen unterschiedlichen Mehrwertsteuern. Während die Mehrwertsteuer in den USA je nach Bundesstaat variiert, ist sie hierzulande ausnahmsweise einmal nicht Ländersache, sondern zentralstaatlich gesetzlich geregelt. Die US-Mehrwertsteuer liegt aber im Schnitt mit bis zu neun Prozent deutlich unter dem deutschen Satz von 19 Prozent.

  • Grund 2: Die Wechselkursschwankungen

Auch wenn man die variierende Besteuerung in den US-Staaten berücksichtigt, preist Apple zudem noch eine Marge für Schwankungen im Wechselkurs ein.

  • Grund 3: Die Lokalisierung

Laut Welt.de weisen insbesondere die Softwarefirmen stetig wieder auf die Preise für die Lokalisierung hin. Was bedeutet das? Dass die Nettopreise der iPhones in den USA um teilweise bis zu 25 Prozent günstiger sind als in Deutschland, weil die Märkte unterschiedliche Größen haben. Die Firmen argumentieren damit, dass ein Markt mit nur ein paar tausend Abnehmern für eine Übersetzung weniger rentabel ist als der englisch- oder spanischsprachige Markt.

Zum Vergleich: Während Apple in Deutschland in etwa einen Marktanteil von 19 Prozent bestreitet, waren es in den USA 2017 ganze 44 Prozent. Das ist natürlich ein Unterschied. Welt.de zufolge kann der Faktor Lokalisierungskosten bei einem Produkt in der Größenordnung der iPhones kaum ins Gewicht fallen. Vernachlässigt wird er beim Preis aber auf keinen Fall.

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Weitere Gründe für iPhone-Preise nicht haltbar

Kosten für die Zulassung der iPhones im westeuropäischen und insbesondere deutschen Markt sind zu vernachlässigen. Die Bestimmungen sind EU-weit identisch und in den USA sogar strenger als hierzulande. Ebenso ist die Überlegung, Apple orientiere sich bei der Preisgestaltung seiner iPhones an der Kaufkraft der jeweiligen Länder nicht haltbar. Wie sonst könnte das Xs in der 256 GB-Variante in Ungarn und Schweden dasselbe kosten?

Am Ende regiert auch die Nachfrage. Wenn es weiterhin genügend Kunden gibt, die mit den Preisen der iPhones mitgehen, hat Apple keinen Grund etwas daran zu ändern.

Übrigens: Nicht nur die Smartphones selbst, auch die Reparaturen von iPhones werden immer teurer.

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