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Im Test: Was kann das Xiaomi Redmi Note 7?

Foto: Florian Christof
Wir haben das Smartphone des chinesischen Elektronik-Herstellers getestet. Das Xiaomi Redmi Note 7 punktet auf den ersten Blick vor allem mit einem günstigen Preis. Doch was kann es wirklich?

Seit der chinesische Elektronikkonzern offiziell nach Europa und auch nach Deutschland expandiert hat, bringt er quasi im Monatstakt neue Smartphones auf den Markt. Dieses Mal wird dem Xiaomi Redmi Note 7 auf den Zahn gefühlt. In Deutschland ist es bereits ab einem Preis von rund 190 Euro zu haben

Das Xiaomi Redmi Note 7 im Test

Nimmt man das Smartphone aus der Verpackung, erhält man einen soliden Eindruck: Die Glasrückseite sieht ansprechend aus und auch der Plastikrahmen fühlt sich überraschend gut an. Das 6,3 Zoll große LC-Display-Panel ist durch Corning Gorilla Glas 5 geschützt. Geprägt ist die Front von einem kleinen Notch in Tropfenform, hinter dem sich die Selfie-Kamera verbirgt.

Das Design ist rahmenlos

Das Redmi Note 7 kommt im rahmenlosen Design, ist aber nicht ganz so umrisslos, wie manche Spitzenmodelle. So wird der Bildschirm - vor allem an der unteren Kante - von einigen Millimetern schwarzen Randes eingefasst. Trotzdem erinnert das Note 7 optisch noch immer mehr an Flaggschiff-Smartphones als an günstige Einsteigermodelle.

Auch mit einer Auflösung von 1080 x 2340 Pixeln und einer Pixeldichte von rund 409 ppi hebt sich das Display von anderen Budget-Smartphones ab.

Im täglichen Gebrauch fallen dann doch einige Unterschiede zu den Displays von Flaggschiff-Modellen auf: So wirkt der Screen des Redmi Note 7 nicht ganz so farbstark und nicht ganz so hell wie der Bildschirm von hochpreisigeren Geräten. Da diese Unterschiede aber nur marginal ausfallen, gibt es am Display im Grunde kaum etwas auszusetzen.

Die Form sticht hevor

Bei der alltäglichen Bedienung fällt einem dann ein eigenartiges Formfaktor-Detail auf. Aus dem farbigen Plastikrahmen hebt sich das Display-Panel ein, zwei Millimeter ab. Es wirkt so, als würde es aus dem farbigen und eigentlich Rahmen herauswachsen und, als wäre auf dem Rahmen noch etwas draufgebaut worden.

Das Einzige, das bei der Bedienung auffällt, ist, dass die Kanten nicht abgerundet sind, sondern relativ kantig ausfallen. Dennoch ist das Redmi Note 7 mit 8,1 Millimeter nicht ausgesprochen dick. Auch mit den restlichen Maßen – 159,2 mm x 75,2 mm – liegt es im herkömmlichen Rahmen.

Die Kamera besteht aus einer Kombination

Das Redmi Note 7 verfügt auf der Rückseite über ein Dual-Kamera-Setup und einen Single-Kamera auf der Vorderseite. Die Hauptkamera (f/1.8) löst mit 48 Megapixel auf, die zweite Linse (f/.,4) ist für Tiefeninformationen zuständig und löst mit 5 Megapixel auf.

Unterstützung kann sich die Hauptkamera von einem Dual-LED-Blitz holen. Videos können bei einer Auflösung von 1080p mit bis zu 120fps aufgenommen werden. Die Selfie-Kamera fertigt Fotos mit einer Auflösung von bis zu 13 Megapixel (f/2.2) an.

Nachdem zahlreiche Fotos mit dem Redmi Note 7 aufgenommen wurden, sind wir immer noch unschlüssig, wie die Kamera zu bewerten ist: Manche Fotos sind richtig gut geworden – hauptsächlich diejenigen, bei denen man von einem günstigem Smartphone keine guten Ergebnisse erwartet. Bei manchen Fotos fällt das Ergebnis wiederum nicht so überzeugend aus.

Der Porträtmodus macht Probleme

Mit dem Porträtmodus tut sich das Redmi Note 7 etwas schwer. Hier zückt die AI-Kamera einen starken Weichzeichner, sodass das Ergebnis sehr gekünstelt und unecht aussieht. Bei Makro-Aufnahmen einer Blüte konnte das Smartphone die Tiefeninformationen allerdings passend verarbeiten. Das Blütenfoto ist dementsprechend gut gelungen.

Überarbeitetes Notification-Panel

Das Redmi Note 7 kommt mit Android 9 Pie. Über das herkömmliche Android hat Xiaomi seine eigene Benutzeroberfläche MIUI 10 drübergelegt.

Interessant bei MIUI 10 ist das völlig überarbeitete Notification-Panel und die Gestensteuerung. Gegenüber dem Vorgänger wurde das Benachrichtigungsbereich aufgehübscht und etwas übersichtlicher gestaltet.

Die Gestensteuerung funktioniert ähnlich wie bei Home-Button-losen iPhones. Dabei verzichtet man auf die Navigations-Buttons im unteren Bereich und gewinnt dadurch ein klein wenig an Screen-Fläche. Generell sind die Gesten intuitiv gestaltet, sodass sich das Smarpthone ohne Weiteres perfekt bedienen lässt.

Die Ausstattung ist mehr als ausreichend

Unter der Haube setzt das Redmi Note 7 auf einen Qualcomm Snapdragon 660 (14 nm), eine Adreno 512 GPU sowie bis zu 6 GB Arbeitsspeicher. Beim internen Speicher kann hierzulande zwischen 32 GB mit 3 GB RAM und 64 GB mit 4 GB RAM gewählt werden. Mithilfe einer microSD-Karte kann der Speicher auf bis zu 256 GB erweitert werden.

Diese Ausstattung ist für die allermeisten alltäglichen Anwendungen mehr als ausreichend. Bei keiner der populären Apps wie WhatsApp, Instagram, Facebook, YouTube, verschiedenen Streamingdiensten, Browsern oder ähnlichen Anwendungen treten Verzögerungen oder längere Wartezeiten auf. Der Snapdragon 660 ist in der Lage diese Apps ohne Weiteres zu stemmen.

Bei ressourcenintensiven Anwendungen, etwa graphisch aufwendigen Mobile-Games, muss man mit dem Redmi Note 7 etwas länger warten als bei Flaggschiff-Modellen. Spielbar sind aber auch solche Games ohne Einschränkungen.

Quasi fehlerfreier Fingerabdrucksensor

Der Fingerabdrucksensor des Redmi Note 7 ist nicht im Display integriert und befindet sich auf der Rückseite des Gerätes. Und das ist gut so, denn ich konnte mich mit den immer noch etwas trägeren und fehleranfälligeren In-Screen-Fingerprint-Sensoren noch nicht anfreunden.

Der Fingerabdrucksensor funktioniert jedenfalls einwandfrei, quasi fehlerfrei und in Bruchteilen einer Sekunde.

Schnelles Aufladen möglich

Die Kapazität des Akkus gibt Xiaomi mit 4000 mAh an. Mit 18W lässt sich der Akku schnellladen. Im Alltag hat sich gezeigt, dass man mit einer Akkuladung ganz leicht über einen vollen Tag kommt. Der Akku hält bei einer herkömmlichen, alltäglichen Verwendung rund eineinhalb Tage durch.

Beim Aufladen ist das Redmi Note 7 auch recht flott unterwegs: Bei 10 Prozent Restakku an die Steckdose, stand der Akku fünf Minuten später bei 16 Prozent. 15 Minuten nach Start des Ladevorgangs zeigte die Akkuanzeige 25 Prozent. In insgesamt einer halben Stunde konnte das Redmi Note 7 von 10 auf 40 Prozent aufgeladen werden.

Konnektivität

Geladen wird das Redmi Note 7 per USB-C. Es verfügt über einen herkömmlichen 3,5mm-Kopfhöreranschluss, eine Infrarot-Schnittstelle, kann WLAN nach den Standards 802.11 a/b/g/n/ac sowie Bluetooth 5.0. Außerdem ist es in der Lage FM-Radio zu empfangen und aufzunehmen.

Fazit: Smartphone mit einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse

Das Redmi Note 7 von Xiaomi ist bestimmt eines der Smartphones mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Klarerweise müssen gegenüber Flaggschiffmodellen, die an die 1000 Euro kosten, einige Einbußen hingenommen werden - dafür ist das Redmi Note 7 aber auch um 750 Euro günstiger.

Der Look des Gerätes ist zeitgemäß, wirkt modern und hochwertig, auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Die Kamera nimmt recht gute Bilder auf - für ein 250-Euro-Handy sogar sehr gute. Der Akku hält nicht weniger lang als bei anderen Smartphones und ist flott wieder aufgeladen. Und auch das Innenleben ist für diese Preisklasse leistungsstark

Das Redmi Note 7 bietet viel Smartphone für wenig Geld. Wer die rund 230 Euro für die 64 GB Version ausgibt, wird bestimmt nicht enttäuscht sein. Xiaomi lässt in letzter Zeit öfter von sich hören – so soll es Samsung mit seinem faltbaren Smartphone Konkurrenz machen. Gleichwohl hat Xiaomi einen rekordverdächtigen Smartphone-Akku entwickelt.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf futurezone.at.

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