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Abgas-Skandal: Software-Updates deutscher Autobauer verzögern sich

Über eine Million Diesel-Fahrzeuge warten auf ein Software-Update.
Über eine Million Diesel-Fahrzeuge warten auf ein Software-Update.
Foto: Pixabay
Die deutschen Autoproduzenten sind bei den versprochenen Software-Updates für eine bessere Diesel-Abgasreinigung im Rückstand.

Die Nachrüstung der betroffenen Diesel-PKW dauert länger als bisher gedacht. Etwa eine Million deutsche Diesel-Besitzer warten seit 2017 auf ein Software-Update, das ihre Autos abgasärmer machen soll – die deutschen Autoproduzenten hatten damals versprochen, bis Ende 2018 die Software von rund 5,3 Millionen Dieselfahrzeugen zu aktualisieren. Die Grünen sehen Verkehrsminister Scheuer in der Pflicht.

Software-Updates für Diesel verzögern sich

Die Umrüstung soll den Stickoxid-Ausstoß der betroffenen Diesel-Fahrzeuge um durchschnittlich ein Viertel senken; die versprochenen Software-Updates lassen jedoch noch immer auf sich warten

Laut des Bundesverkehrsministeriums gibt es zudem noch eine Million weitere Diesel-Fahrzeuge, die kurz nach der Vereinbarung mit der Autoindustrie 2017 gemeldet wurden und ebenfalls zügig umgerüstet werden sollten. Die zusätzlichen Fahrzeuge seien teils auf verpflichtende Rückrufe für deutsche Autobauer, teils auf freiwillige Updates deutscher und ausländischer Hersteller zurückzuführen.

Video: Drei Jahre Abgasskandal

Der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn kritisierte, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe sich bei den freiwilligen Software-Updates "von der Autoindustrie vorführen lassen". Bei etlichen Automodellen seien zwar verpflichtende Rückrufe angeordnet worden, diese seien jedoch teilweise bis heute nicht gestartet worden. "Solange Scheuer bei den Rückrufen nicht aufs Tempo drückt, trägt er die Verantwortung für weitere Fahrverbote in unseren Städten", sagte Kühn der Süddeutschen Zeitung.

Schärfere Grenzwerte für Feinstaub sind notwendig

Das Umweltbundesamt drängt unterdessen darauf, über schärfere Grenzwerte für Feinstaub nachzudenken. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle deutlich strengere Grenzwerte als derzeit gültig: Feinstaub sei gefährlicher als Stickoxide und könne Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder auch Lungenkrebs verursachen. Feinstaub stammt etwa aus Dieselruß, Reifenabrieb oder Abgasen von Industrie, Kraftwerken und Heizungen.

Die Lage für deutsche Autobauer verschärft sich somit deutlich. Wann das versprochene Software-Update kommen wird und die betroffenen Diesel-Fahrzeuge abgasärmer machen wird, bleibt zunächst fraglich. Aufgrund dessen scheint ein Umstieg auf die Elektromobilität sinnvoll.

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