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Thermomix-Aus in Deutschland: Dieser Markt ist deutlich heißer auf den teuren Luxus

Der Thermomix hat ausgedient, zumindest in Europa ist der Hype vorbei. Deshalb wir die Fertigung am Standort Wuppertal aufgegeben. Wer profitiert davon? Letztlich die Asiaten.
Der Thermomix hat ausgedient, zumindest in Europa ist der Hype vorbei. Deshalb wir die Fertigung am Standort Wuppertal aufgegeben. Wer profitiert davon? Letztlich die Asiaten.
Foto: Vorwerk
In Europa schwächelt der Thermomix seit längerem. Deshalt zieht Vorwerk jetzt Konsequenzen. Denn ein neuer Markt begehrt die Küchenmaschine mehr.

Die Luxusküchenmaschine von Vorwerk, der Thermomix, schwächelte schon länger. Jedenfalls in Europa. Deshalb zieht der Konzern nun Konsequenzen – und macht die Produktion in Wuppertal dicht. Durch die neue Konzernstrategie fallen 200 Arbeitsplätze weg. Aufgestockt wird im entfernten Shanghai.

Thermomix-Aus in Wuppertal: Das steckt dahinter

Der Thermomix hat seine beste Zeit wohl hinter sich. Zumindest in Europa. Noch vor einigen Jahren verkaufte sich die smarte Küchenmaschine des Herstellers Vorwerk gut. Immerhin kann sie all das, wofür man sonst mehrere Küchenhelfer benötigte, von braten bis dampfgaren. Allerdings kostete sie im Neuzustand Kunden auch über 1.300 Euro. Und dann wurde der neue Thermomix TM6 auch noch viel zu überraschend releast, jedenfalls für Kunden, die sich um ihren TM5 betrogen fühlten.

Fest steht: Die Hochzeiten für den Thermomix sind vorbei. Wie die Rheinische Post (RP) berichtet, stellt Vorwerk deshalb die Produktion der Luxus-Küchenmaschine am Standort im Bergischen Land ein. So teilte es ein Sprecher des Konzerns mit: "Die Thermomix-Produktion am Standort Wuppertal läuft voraussichtlich im Dezember 2019 aus."

Arbeitsplätze verloren, Asien gewinnt

200 Arbeitsplätze seien dadurch bedroht. "Die 200 zur Disposition stehenden Vollzeitstellen beziehen sich nicht ausschließlich auf Arbeitsplätze unserer Wuppertaler Thermomix-Fertigung. Aber sehr wohl auf unsere Wuppertaler Vorwerk-Gesellschaften. Dazu zählt neben der Thermomix Fertigung auch die Verwaltung sowie unsere deutsche Vertriebsgesellschaft", wie Sandra Krieger, PR-Referentin Unternehmenskommunikation bei der Vorwerk & Co. KG, gegenüber futurezone mitteilt.

Seit Längerem gebe es ein Programm, im Rahmen dessen beraten würde, wie sich der Konzern künftig effizienter aufstellen könne. Das Ziel: Wachstum.

85 Mitarbeitern drohe nun eine betriebsbedingte Kündigung, dafür soll das bereits bestehende Vorwerk-Werk in Shanghai, China um eine Thermomix-Fertigung erweitert werden.

Denn in Asien ist die Maschine heiß begehrt. Innerhalb eines Jahres konnte Vorwerk den Absatz des Thermomixes dort verdoppeln. Für 2019 wird ein Umsatz von 200 Millionen Euro erwartet. "Wir hatten Überkapazitäten beim Thermomix in Europa, die Wachstumschancen liegen in Asien", sagte Gesamtbetriebsratschef Ralf Hüttemann RP Online.

Video: Stiftung Warentest testet Thermomix & Co.

Was für Wuppertal und Thermomix-Kunden bleibt

Das bedeutet aber noch nicht das Aus für den Thermomix in ganz Europa. "Größter Produktionsstandort bleibt weiterhin unser Thermomix-Stammwerk in Frankreich, wo die Geräte für die großen europäischen Märkte gefertigt werden", sagte ein Vorwerk-Sprecher.

Das bestätigt PR-Referentin Krieger gegenüber futurezone. "Der deutsche Thermomix kommt auch schon heute aus Frankreich. Drei Viertel der Geräte werden im dortigen Stammwerk produziert, ein Viertel bisher in Wuppertal." Bei Letzterem handle es sich außerdem um eine Variantenfertigung, da Kunden in verschiedenen Ländern verschiedene Steckervarianten benötigten. Diese Fertigung werde schlicht nach Frankreich verlagert.

"Für deutsche Kunden ändert sich rein gar nichts", so Krieger. Was in Wuppertal bleibt, ist die Motorenfertigung und die weiterer Komponenten wie dem Mixmesser sowie unter anderem die des Handstaubsaugers, einem der Hauptprodukte des Geschäftsbereichs Kobold.

Thermomix-Aufruhr

Immer wieder sorgte die Luxusküchenmaschine für Aufruhr. Bereits seit einigen Jahren vermeldet der Hersteller, dass der Thermomix, die einstige Zukunft des Kochens, schwächelt. Der Thermomix TM6 frustrierte schon vor dem Release die Kunden. Für die, die nun endgültig genug von dem Vorwerk-Gerät haben, gibt es immerhin genug Thermomix-Alternativen.

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