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Huawei versagt: Groß angekündigte Android-Alternative taugt nicht für Handys

Mo, 27.05.2019, 13.22 Uhr

Huawei

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Eigentlich wollte Huawei Android durch das eigene Betriebssystem Hongmeng OS ersetzen. Nun scheint die Software aber ganz und gar nicht für Handys gedacht.

Huawei hat einen Rückzieher von seiner Android-Alternative Hongmeng OS gemacht. Zumindest überraschte Vorstandsmitglied und Senior Vice President Catherine Chen am Donnerstag mit der Aussage, dass das Betriebssystem nicht für Handys geeignet sei. Stattdessen beabsichtige Huawei, weiterhin das Betriebssystem Android von Google für seine Smartphones zu verwenden.

Huaweis Android-Statement sorgt für Verwirrung

Die Aussage sorgte für Überraschungen, sprachen Vertreter von Huawei doch immer wieder davon, im Angesicht der Krise zwischen Google und Huawei mit Hongmeng eine Alternative zu Android zu entwickeln. Mehrere hochrangige Huawei-Manager gaben bereits Statements zu dem System ab.

Der ranghohe Huawei-Manager Andrew Williamson kündigte erst Mitte Juni an, das System könne bei einer Eskalation des Handelsstreits in den USA "binnen Monaten" eingeführt werden. Huawei-Gründer Ren Zhengfei ließ erst Anfang Juli mit der Aussage aufhorchen, Hongmeng sei schneller als Googles Android oder Apples iOS.

Android-Alternative zu unsicher für Handys

Dass nun doch alles anders ist, kündigte sich bereits an. So wurde vor einer Woche die Vermutung laut, Huaweis Android-Alternative sei womöglich doch nur für Smart Home-Geräte gedacht. Zu diesem Zeitpunkt war im Unternehmen aber noch nicht endgültig entschieden worden, was nun mit der Software geschehen soll.

Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua erklärte Chen gegenüber Medien jetzt aber unmissverständlich, dass das System nicht für Handys ausgelegt sei. Vielmehr sei Hongmeng für den industriellen Einsatz und Anwendungen im Internet der Dinge konzipiert.

Dass das System auch auf diese Art und Weise zum Einsatz kommen soll, ist grundsätzlich nicht neu. Dass es ausschließlich für IoT-Anwendungen konzipiert sei, klingt hingegen wie eine Kehrtwende. Chen begründete den Umstand recht kurios. So sagte sie, dass ein Betriebssystem für Handys normalerweise Dutzende Millionen Codezeilen enthält. Huaweis Android-Alternative Hongmeng enthält viel weniger. Lediglich einige Hundertausende seien es, wodurch das System „nicht sicher“ sei.

Google und Huawei gehen entspannter miteinander um

Aufgrund des hochgekochten Konflikts zwischen den USA und China sah es zwischenzeitlich so als, als dürfe Google Huawei nicht mehr mit seinem mobilen Betriebssystem beliefern. Davon betroffen wären auch Sicherheitsupdates gewesen. In der Zwischenzeit hat sich der Konflikt aber wieder entspannt. Laut einem US-Beamten soll der Handel von US-Unternehmen mit Huawei Ende Juli wieder aufgenommen werden.

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