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Autoscheiben zerschlagen ist schwerer als gedacht: Ertrinken wahrscheinlicher

In den USA 
wird es schwerer, in Notfallsituationen Autoscheiben zu zerschlagen.
In den USA wird es schwerer, in Notfallsituationen Autoscheiben zu zerschlagen.
Foto: iStock/SIphotography
Bei einem Unfall liegt manchmal nichts näher als die Autoscheiben einzuschlagen. Eine neue Studie zeigt allerdings, dass du dich damit unnötig abrackern würdest.

Nach einem Autounfall ist das Interesse der Opfern groß, möglichst schnell aus dem Auto herauszukommen – besonders, wenn man im Wasser gelandet ist. Dann heißt es: Ruhe bewahren und wenn vorhanden, mit einem Nothammer die Scheiben einschlagen, um zu entkommen. Auch das kann aber äußerst gefährlich werden – weil es anscheinend gar nicht funktioniert. Eine neue Studie hat sich mit dem Schreckensszenario auseinandergesetzt und herausgefunden, dass Autoscheiben nahezu unzerstörbar sind.

Autoscheiben nach Autounfall zerschlagen? Das ist schwerer als gedacht

Ob du nun selbst schon ein solches Szenario erlebt hast oder nicht: Als Autofahrer kennst du sicher den Nothammer. Er soll eigentlich in entscheidenden Situationen zum Lebensretter werden können, wenn damit die Autoscheiben eingeschlagen werden. Doch die Realität sieht anders aus.

In einer Studie ist die American Automobile Association (AAA) dem Autohammer auf den Grund gegangen. Das US-amerikanische Pendant zum ADAC kommt eigenen Tests nach zu dem Schluss, dass er im Notfall vollkommen nutzlos sein könnte. Denn die Autoscheiben vieler heute verkauften Fahrzeuge seien nicht mehr länger aus gehärtetem Glas, sondern (sogar aus Sicherheitsgründen) aus Verbundglas.

Die Windschutzscheibe sie hierbei ausgenommen, es geht vor allem um die Seitenfenster, die ein Fahrer in manchen Fällen zerstören müsste, um das eigene Leben nach einem Autounfall retten zu können.

Weniger gut beim Ertrinken

Bis vor Kurzem war einschichtiges, gehärtetes Glas in Autoscheiben an den Seiten verwendet worden, weil es beim Zerbrechen in kleine, körnige Stücke zerfällt und nicht in gezackte Scheiben. Eine leichtere Ausgangssituation für Unfallopfer, um relativ unbeschadet aus dem Fahrzeug zu entkommen. Bei den meisten Autos ist das noch Standard, aber die Hersteller wechseln zunehmend zu Verbundglas, das bereits seit Jahrzehnten in Windschutzscheiben verwendet wird, da es bruchsicher gegen Stöße ist.

Gut, wenn Fahrer dadurch bei einem Aufprall nicht mehr so leicht durch die Scheibe fliegen. Weniger gut, wenn sie versuchen müssen, sich aus dem Auto zu befreien, etwa, weil sie sonst ertrinken würden. Denn wie sich im Test zeigt, ist das Verbundglas in einer Notsituation nach einem Autounfall fast unmöglich zu zerstören.

In den USA steckt ein Kompromiss dahinter. Die Arten von Unfällen, für die die Regierung die Vorschriften für das verwendete Glas geändert hat, treten häufiger auf als solche, bei denen ein Fahrer im Wasser festsitzt, wie CNET schreibt.

Deine Alternative zum Nothammer

Die Studie betrifft Autos, Hersteller und Fahrer in den USA. Doch auch in Deutschland scheint sich der Trend abzuzeichnen, allerdings gibt es noch keinen Beschluss auf Bundesebene, der Verbundglas in Seitenscheiben von Autos vorschreibt. Es kann dennoch nicht schaden, dich bei deinem Hersteller zu informieren, welches Glas in deinem Auto Anwendung findet. Hast du Seitenfenster mit Verbundglas, hast du folgende Alternativen:

  1. Versuch im Notfall ruhig zu bleiben und kurbel das Fenster herunter, bevor Wasser eintritt.
  2. Leg dir einen Fäustel (ab 1,0 Kilogramm) ins Auto, damit hast du besserer Chancen.

Die Studie der AAA war am Dienstag veröffentlicht worden. Willst du mehr Auto-Themen? Dieses Elektroauto parkt an der Wand. Außerdem erklären wir dir, was du mit dem Handy am Steuer darfst und was nicht.

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