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Gefahr im Verborgenen: Atommüll-Endlager sind nicht so sicher wie gedacht

Die Atommüll-Endlager sind nicht so sicher, wie bislang angenommen.
Die Atommüll-Endlager sind nicht so sicher, wie bislang angenommen.
Foto: iStock/george tsartsianidis
Atommüll muss in speziellen Behältern entsorgt werden. Doch nun sollen diese weniger haltbar sein als bisher angenommen. Das hat für uns verheerende Folgen.

Ein Experiment zeigt, dass das Atommüll-Endlager lange nicht so sicher ist, wie man bisher angenommen hat. Denn die Behälter für den hochradioaktiven Müll halten nicht so lange dicht, wie man bisher geglaubt hat. Die Korrosion schreitet schneller voran als gedacht.

Atommüll-Endlager: Wie lange halten die Behälter?

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager hat noch lange kein Ende. Weltweit ist noch keines in Betrieb. Daher sehen wir uns immer noch dem Problem entgegengestellt, die atomaren Abfälle aus dem Rückbau der Atomkraftwerke zu entsorgen. Bislang wurden Atommüll-Endlager in Form von Metallbehältern verwendet, in denen man den zu entsorgenden Rest mit Glas oder Keramik verschmolz und das Ganze in Metall einschloss. Diese Behälter sollten dann in unterirdische Gesteinsformationen eingelagert werden.

Dabei wurde allerdings nicht beachtet, dass die Metallbehälter mit Wasser korrodieren. Durch chemische Reaktionen löst sich das Metall mit der Zeit auf und es entstehen Löcher in den Hüllen. Schon nach 1.000 bis 10.000 Jahren wären die Atommüll-Endlager damit undicht. Diese Dauer ist kürzer als die Halbwertszeit des radioaktiven Abfalls.

Experiment sollte Korrosion der Materialien untersuchen

Zwar ist die Dauer in den gemessenen Modellen schon zu gering, nun konnte ein Forscherteam der Ohio State University feststellen, dass die Behälter für die Atommüll-Endlager noch schneller durchlässig sein können. Die bisherigen Konzepte sehen den direkten Kontakt zwischen dem Metallbehälter und dem Glas und Keramik vor. Die Forscher haben untersucht, wie sich das auf die Korrosion des Materials auswirkt.

Für das Experiment wurde das Glas verwendet, das auch beim Atommüll-Endlager genutzt wird, zusätzlich testeten sie noch zwei Keramikvarianten. Darüber wurde ein dickes Blech aus Edelstahl gelegt, das man für die Lagerung der Atomabfälle der USA verwenden will. 30 Tage lang wurde das Modell in leicht salzhaltigem Wasser bei 90 Grad aufbewahrt und getestet.

Verrückte Vorhersagen
Verrückte Vorhersagen

Korrosion setzt deutlich schneller ein

Das Ergebnis überraschte nicht schlecht, denn schon nach kurzer Zeit setzte die Korrosion des Materials ein – diese war zudem stärker als für das Material üblich. An der Kontaktfläche des Edelstahls und des Glases konnte man eine lokalisierte Korrosion entdecken. Zudem wurden auch kleine Rissen entdeckt. Schließlich erkannten sie, dass das metallische Eisen und Chrom dafür verantwortlich ist, dass die Glaskomponenten sich schnell herauslösen. An der Kontaktfläche entsteht daher ein dünner Film aus gelösten Atomen, die ebenfalls zur Korrosion beitragen.

Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Keramik. In Kombination mit Edelstahl wurde die Korrosion des Metalls beschleunigt. Schon nach 28 Tagen ließen sich Spuren im Edelstahl erkennen. Chrom-Ionen sorgten für die Korrosion im Metall und im Keramik. Dadurch entsteht ein aggressives Milieu auf den Materialien, das die Korrosion beschleunigt.

Behälter sind nicht so sicher wie bisher angenommen

Das Experiment der Forscher zeigt, dass die gängigen Atommüll-Endlager nicht sicher sind und unterschätzt werden. Bislang wurde nur die Korrosionsraten der einzelnen Materialien beachtet, nicht aber die Wechselwirkung. Daher sind sie vermutlich nicht ausreichend, um radioaktive Abfälle sicher einzuschließen. Die Abfälle können also schneller in den Untergrund gelangen. Im schlimmsten Fall führt das zur Verunreinigung des Grundwassers.

Nicht nur die Atommüll-Endlager sorgen für eine beängstigendes Zukunftsszenario, sondern auch diese sechs Vorhersagen für 2030 sind gruselig. Solch eine enorme Auswirkungen hat ein Atombombentest auf dem Meeresboden.

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