Ein Nachthimmel voller Sterne sieht schön aus. Aber durch die Atmosphäre sehen wir nicht viel mehr. Zumindest im Vergleich zu den fast majestätischen Weltraumbildern, die uns von den Weltraum-Behörden NASA und ESA täglich zur Verfügung gestellt werden. Meistens wirken diese Schnappschüsse mysteriös und nicht von dieser Welt. Gerade das macht sie so fesselnd.

Weltallbild des Tages (30.11.2021): Vorbeiflug am Eismond Ganymed

Er ist etwas größer als unser eigener Mond: Die Rede ist vom Jupitermond Ganymed. Am 20. Juli 2021 flog die NASA-Raumsonde Juno zum dritten Mal an ihm vorbei und machte Infrarot-Aufnahmen von seiner Oberfläche.

Bisher sind den Astronomen 79 Monde bekannt, die um den größten Planeten unseres Sonnensystems kreisen. Besonders die vier Hauptmonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto wecken das Interesse der Wissenschaft. Sie sind eigene Welten für sich.

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Für dieses Weltraumbild des Eismondes nutze die Sonde drei Vorbeiflüge. Dabei sammelte sie alle notwendigen Daten, um eine Infrarot-Aufnahme der Oberfläche mit dem Instrument JIRAM (Jovian Infrared Auroral Mapper) zu machen. Das Foto zeigt den Eispanzer sowie die darunterliegende Schicht aus flüssigem Wasser, die dem menschlichen Auge sonst verwehrt bliebe.

JIRAM wurde entwickelt, um das Infrarotlicht einzufangen, das aus dem Inneren des Jupiters austritt und die Wetterschichten 50 bis 70 Kilometer unter den Wolkenspitzen untersucht. Das Instrument kann auch benutzt werden, um die Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto (die Gallileäischen Monde genannt) zu studieren.

Yvette Smith via NASA

Weltraumbild des Tages (29.11.2021): Der Stern-Cluster NGC 330

Sternencluster
29.11.2021: In diesem vom Hubble Space Telescope geschossenen Weltraumbild, steckt der Sternen-Cluster NGC 330. Credit: ESA/Hubble & NASA, J. Kalirai, A. Milone

In der Kleinen Magellanschen Wolke funkelt ein kosmischer Kronleuchter. Die Rede ist vom Stern-Cluster NGC 330. Ansammlungen von meist Tausenden Sternen inmitten von Staub und Nebel sind keine Seltenheit im Universum. Die kosmischen Wolken gelten als die Geburtsstätten von Sternen.

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Der Sternhaufen NGC 330 ist 180.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Weil sich die Sterne alle aus derselben Gaswolke bildeten, haben sie auch alle fast dasselbe Alter. Solche stellaren Haufen wecken bei Astronomen immer wieder das Interesse. Sie können anhand der mitgelieferten Daten Entstehung und Entwicklung von Sternen rekonstruieren.

Für die Astronomie stellt sich weiterhin die Frage, warum sich Sterne in sogenannten Sternhaufen anders entwickeln als einzelne Sterne irgendwo sonst im Weltraum. Die Beobachtung von Stern-Clustern wie NGC 330 liefert hierbei wichtige Erkenntnisse.

Weltallbild des Tages (23.11.2021): Betrachtung der Erde von der Raumstation aus

Die Erde aus Sicht der ISS
23.11.2021: Die Erde aus Sicht der ISS. Credit: NASA

Immer wieder lassen wir unseren Blick immer wieder über die Sterne schweifen. Dabei halten wir nach stetig neuen Weltallbildern Ausschau. Doch vergessen wir häufig die Faszination, die direkt vor unserer Nase liegt. Denn der Blaue Planet, unsere Erde, hält unfassbare Anblicke für uns bereit.

„Während die Internationale Raumstation die Erde umkreist, macht die Besatzung Beobachtungen des Universums und unseres Heimatplaneten. Dieses von der Raumstation aus aufgenommene Bild zeigt die blau-grünen Gewässer um die Bahamas, wie in den Highlights der Raumstation für die Woche vom 8. November 2021 zu sehen.“

Yvette Smith (via NASA)

Weltallbild des Tages (22.11.2021): Supernova-Überreste N 63A

Supernova-Überreste.
22.11.2021: „Wie Monster im Himmel“ sind die Supernova-Überreste in unserem Weltraumbild des Tages. Credit: NASA/ESA/HEIC and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

„Wie Monster im Himmel“ bezeichnet die NASA das Weltallbild, das von dem Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen wurde. Zu sehen ist eine chaotisch aussehende Masse aus Gas und Staub. Es handelt sich um Supernova-Überreste.

„Das mit N 63A bezeichnete Objekt sind die Überreste eines massereichen Sterns, der explodierte und seine Gasschichten in eine bereits turbulente Region ausspeiste.“

NASA

Der Supernova-Überrest ist Teil einer Sternentstehungsregion in der Großen Magellanschen Wolke (LMC). Das ist eine unregelmäßige Galaxie, die 160.000 Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt ist.

Lange Zeit wurde angenommen, dass Supernova-Überreste Episoden der Sternenentstehung auslösen, wenn ihre expandierende Erschütterung auf umgebende Gaswolken trifft. Laut der NASA ist N 63A ist noch jung. Anstatt die umgebenden Gaswolken zum Kollaps zu bringen oder zur Sternenbildung zu zwingen, zerstört er sie.

Weltallbild des Tages (19.11.2021): Stein auf dem Mars, der durch Erosion geformt wurde

Steine auf dem Mars
19.11.2021: Das Weltall-Bild des Tages zeigt einen merkwürdig geformten Stein auf dem Mars. Credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Immer wieder sorgen Bilder der NASA vom Mars für Staunen. In manchen Fälle führen sie aber auch zu Verschwörungsmythen. Ein solches Exemplar geistert regelmäßig durch das Internet und führt immer wieder zu einer Theorie: Auf dem Mars liegt ein menschlicher Oberschenkelknochen.

Die Aufnahme wurde bereits am 14. August 2014 von NASAs Curiosity Rover gemacht. Seitdem sorgt der seltsame Stein auf der Mars-Oberfläche für wilde Theorien. Die NASA hat dafür aber eine einfache Erklärung:

„(…) dieser Mars-Stein mag wie ein Oberschenkelknochen aussehen. Mitglieder der Mission glauben, dass seine Form sehr wahrscheinlich durch Erosion durch entweder Wasser oder Wind zustande gekommen ist.“

NASA

Weltallbild des Tages (18.11.2021): Der Delfinkopfnebel „Sharpless 2-308“

Delfinkopfnebel (Sharpless 2-308)

Das Weltallbild des Tages zeigt ein besonderes Phänomen riesigen Ausmaßes. Bei dem sogenannten Delfinkopfnebel handelt es sich um eine Art Blase, die einen Durchmesser von beeindruckenden 60 Lichtjahren aufweist. Sie entstand durch die von einem heißen, massiven Stern im Inneren ausgesendeten schnellen Winde.

Der eigentliche Name des Delfinkopfnebels lautet „Sharpless 2-308“, und er befindet sich in einer ungefähren Entfernung von 5,200 Lichtjahren zur Erde. Der Stern, der den Nebel kreiiert hat, ein Wolf-Rayet-Stern, ist der helle in der Nähe des Nebelzentrums. Bei diesen Objekte wird davon ausgegangen, dass sie sich in einer kurzen, Vor-Supernova-Phase befinden, wie die NASA berichtet.

Der Delfinkopfnebel selbst hat ein geschätztes Alter von etwa 70.000 Jahren.

Weltallbild des Tages (17.11.2021): Erde und Venus

Blauer Bogen weißer Punkt
17.11.2021: Interstellarer Sonnenaufgang: Für Venus und Erde beginnt ein neuer Tag. Credit: NASA

Dieses Bild verdanken wir der Astronautin Christina Koch, die von 2019 bis 2020 auf der Internationalen Raumstation ISS lebte. Sie verbrachte 328 Tage im Weltall und stellte damit den Rekord als die am längsten im Weltraum lebende Astronautin auf.

Was ist oben, was ist unten? Das Bild erweckt einen eher verwirrenden Eindruck. Was der Astronautin Koch hier gelang, ist der Schnappschuss eines interplanetaren Sonnenaufgangs.

Die helle blaue Linie ist die Atmosphäre unserer Erde, die bereits von der Sonne angeschienen wird. Spannender hingegen ist der kleine weiße Punkt am unteren mittleren Bildrand: Die Venus.

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Der Planet ist unser nächster innerer Nachbar zu Sonne und gerade einmal 40 Millionen Kilometer entfernt. Aus der Erdumlaufbahn ist er bei Sonnenaufgang daher gut zu erkennen.

Weltraumbild des Tages (16.11.2021): Die zwei Heimatsterne von TOI 1338 b

Planet umkreist zwei Sonnen
16.11.2021: Ein Schnappschuss wie er nur selten gelingt: Auf diesem Weltraum-Bild umkreist ein Planet gleich zwei Heimatsterne. Credit: NASA/Goddard Space Flight Center

Die ersten Exoplaneten detektierten Astronomen in den 1990er Jahren. 2005 wurde der erste Exoplanet entdeckt, der in einem Doppelsternsystem beheimatet ist. Im Januar 2020 konnte zum ersten Mal ein solcher um zwei Sonnen kreisender Planet abgebildet werden.

Die Daten des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der NASA liefern ein sehr genaues Bild, wie das 1.300 Lichtjahre entfernte Sonnensystem aussehen muss. Auf TOI 1338 b gehen gleich zwei Sonnen auf oder die Sonne nie unter. Der Planet der 6,9-fachen Masse unserer Erde umkreist einen Sonnen-ähnlichen Stern und einen brauen Zwerg.

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Die Transite von TOI 1338 b sind dank der Umlaufbewegungen seiner zwei Heimatsonnen verschieden. Sie variieren zwischen 93 und 95 Tagen und unterscheiden sich in Höhen oder Tiefen der Umläufe. TESS kann den fernen Planeten nur dann erkennen, wenn er an der größeren Sonne vorbeizieht.

Weltraumbild des Tages (15.11.2021): Gravitationslinseneffekt an Galaxie beobachtet

Galaxien im Weltraum
15.11.2021: Das Weltraum-Bild des Tages zeigt eine weitentfernte Galaxie. Credit: ESA/Hubble & NASA, S. Jha; Acknowledgment: L. Shatz

Im Dezember 2020 beobachtete das Hubble-Weltraumteleskop eine weit entfernte Galaxie, die anscheinend einem Ring ähnelt und verzerrt ist. Diese Galaxie ist 9,4 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt.

Eine so ferne Galaxie bedeutet für die Astronomie auch immer eine Zeitreise. Das Licht braucht 9,4 Milliarden Jahre, um von diesem Punkt des Universums zur Erde zu gelangen.

In der kosmischen Evolutionsgeschichte befindet sich die beobachtete Galaxie in jener Epoche, in der die ersten Sterne des Universums entstanden sind.

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Die beobachtete Galaxie sieht jedoch keinesfalls aus wie ein Ring oder ist so verzerrt. Was Astronomen hierhin sehen, ist eine optische Verzerrung des Weltraums, bedingt durch die Gravitation.

Dieses Phänomen ist als Gravitationslinseneffekt bekannt. Es beschreibt, wie massereiche Objekte im Universum durch ihre Gravitation den Raum verzerren und das Licht eines Objektes oder einer ganzen Galaxie ablenken.

Weltraumbild des Tages (10.11.2021): Schmetterlingsnebel NGC 6302

Kosmischer Nebel Weltall
10.11.2021: NGC 6302, auch Schmetterlingsnebel genannt, offenbart den Wissenschaftler:innen Erkenntnisse über den Tod von Sternen. Credit: NASA, ESA and J. Kastner (RIT)

Nebulae, kosmische Wolken aus Staub und Gasen, sind die Geburtsstätten von Sternen. NGC 6302 gehört vermutlich zu den spannendsten Wolken in unserer Milchstraße, denn der Nebel kündet vom nahen Ende eines oder mehrerer Sterne, wie dieses Weltraumbild zeigt.

Das Hubble-Weltraumteleskop konnte die blauvioletten Flügel im Herzen unserer Milchstraße nur durch einen Nahinfrarot-Filter aufnehmen. Er besteht aus ionisierten Eisenatomen.

Solche Ausstöße an Eisenemissionen sind ein Indiz energetischer Sternen-Winde. Das Besondere: Normalerweise werden solche Wolken nur bei Überresten von Supernovae oder bei neugeborenen Sternen beobachtet, selten jedoch in planetarischen Nebeln.

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Astronomen vermuten anhand dieses Weltraumbildes, dass einer oder mehrere Sterne am Scheitelpunkt des Nebels in ihrem Todeskampf Gasschichten abstoßen. Ein solches Phänomen kann Jahrtausende andauern.

Die ausgestoßenen Gase werden bis zu 20.000 Grad Celsius heißt und fliehen mit knapp 1 Millionen Kilometer pro Stunde in das All hinaus. Auch sonst ist NGC 6302 ein Gigant. Allein der Radius der beiden Flügel beträgt 1,5 Lichtjahre. Der Nebel ist knapp 3,4 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Weltraum-Bild des Tages (09. 11. 2021): Schwarzes Loch im Zentrum der Galaxie IC 5063

Galaxie im Weltraum
09.11.2021: Das Hubble-Weltraumteleskop nahm dieses Bild der 156 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie IC 5063 auf. Credit: NASA, ESA, STScI and W.P. Maksym (CfA) Credit: Credit: NASA, ESA, STScI and W.P. Maksym (CfA)

Das von NASA und ESA veröffentlichte Weltraumbild des Hubble-Weltraumteleskop liefert uns einen Einblick in eine weit entfernte Galaxie. Viele dieser fremden Welten versetzen uns meistens in ein ratloses Staunen. Gigantische, leuchtende Wolken aus Gas und Staub sind da keine Ausnahme.

So observierte Hubble am 07. März und 25. November 2019 die Galaxie IC 5063, die Astronomen anhand des Farbspiels nun gedeutet haben. Die Aufnahme jenes Teils des Weltalls zeigt das Zentrum einer Galaxie, die 156 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.

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In dem vorgeschlagenen Szenario von NASA und ESA bricht sich das Licht eines supermassereichen Schwarzen Lochs im umherkreisenden kosmischen Staub. Das Licht bahnt sich einen Weg durch die Wolkenscheibe und wirft einen Schatten in den Weltraum. Mit irdischen Maßstäben hat das jedoch nichts zu tun, denn die Strahlen und Schatten reichen 36.000 Lichtjahre ins Universum hinein.

Wie auf dem Weltraumbild deutlich zu erkennen ist, fallen die Lichtkegel in den Kosmos. So entfernt uns diese Aufnahme erscheinen mag, wirken die Lichtstrahlen doch allzu irdisch. Bricht das Licht unserer Sonne durch eine Wolkendecke, entstehen dieselben kegelförmigen Strahlen.

Bilder aus dem Weltraum: Täglich neue Fragen (und Antworten)

Das Universum ist schön. Diese Weltraumbilder geben einen Einblick in den wundersamen Kosmos weit entfernter Orte.

Je tiefer wir in das Weltall spähen, desto mehr lernen wir auch über uns selbst. Durch den Blick in ferne Welten können Astronomen inzwischen auch unsere irdische Existenz dank Hubble-Teleskop in dem Spiralarm einer von Milliarden Galaxien ergründen.

Quellen: NASA, Hubblesite

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