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Flat Earth Society: Immer schön den Erdball flach halten

Modell einer flachen Welt, dass die Antarktis als Eismauer abbildet, die die scheibenförmige Erde umrundet.
Modell einer flachen Welt, dass die Antarktis als Eismauer abbildet, die die scheibenförmige Erde umrundet.
Foto: Creative Commons 1.0 Generic/Trekky0623
Die Erde ist eine Kugel. Falsch! Schon seit rund 150 Jahren wissen die wirklich Informierten, dass es sich bei unserem "Globus" in Wahrheit um eine Scheibe handelt.

1931 schrieb Wilbur Glenn Voliva zum wiederholten Male ein Preisgeld in Höhe von 5.000 US-Dollar aus für denjenigen, der beweisen könne, dass die Erde eine Kugel ist. Er selbst gehörte zu den sogenannten "Flat Earther", Menschen, die glauben, die Erde sei eine Scheibe.

Voliva war seit 1905 Generalaufseher der Religionsgemeinschaft "Christian Catholic Apostolic Church", die 1895 gegründet wurde und heute noch rund 3.000 Mitglieder in den USA und Kanada haben soll. Das "christliche" Ziel der Gemeinschaft: "Die Zerstörung aller anderen existierenden Kirchen". Was sonst.

Die Schrift von "Parallax"

Abgesehen davon verfolgte man eifrig die Ideen von Samuel Rowbotham, dem geistigen Vater der "Zetetic Society" beziehungsweise der späteren "Flat Earth Society". Rowbotham benutzte das Pseudonym "Parallax", unter dem er 1865 eine 430-seitige Schrift zu seiner auf der Bibel begründeten Theorie veröffentlichte, dass die Erde eine Scheibe sei. Sein Buch trägt übrigens den klangvollen Namen "Zetetic Astronomy. Earth not a Globe! An Experimental Inquiry into the True Figure of the Earth: Proving it a Plane, Without Axial or Orbital Motion; and the Only Material World in the Universe!"

"Die Erde kann also nichts anderes sein als eine Ebene!"

Ein zentrales Argument für seine Anschauung fand "Parallax" in der Tatsache, dass die Oberfläche allen Wassers auf der Erde eine gewisse Konvexität aufweisen müsse, gemäß dem Fall die Erde wäre rund, stattdessen jedoch flach erscheint. Tatsächlich stützte er diese nicht nur auf seine reine Beobachtungsgabe, sondern stellte dazu einige mathematische Berechnungen an, die er in seiner Veröffentlichung darlegte. Er stellte fest: "Die Wasseroberfläche verläuft parallel zur Blickrichtung des Betrachters und ist damit horizontal und die Erde kann also nichts anderes sein als eine Ebene!"

Die heutige Flat Earth Society ist das Vermächtnis von Rowbotham und seinen zahlreiche Anhängern, die seit 2015 aufgrund der Verbreitung ihrer Anschauungen im Internet wieder vermehrt Zulauf bekommen soll. Es gibt sie also wirklich noch, die "Believer".

Globus-Verweigerer und ihre Experimente

Lustigster Vertreter der letzten Zeit: Der Amerikaner D.Marble. Als eifriger YouTuber hat er sein Experiment zum Nachweis der Flachheitstheorie gleich per Video festgehalten und damit weltweit für Bespaßung gesorgt. Bei seinem Experimentalaufbau handelte es sich um eine handelsübliche Wasserwaage, mit der er die fehlende Erdkrümmung "nachweisen" konnte.

Eine eindeutige NASA-Verschörung

Aber er ist natürlich nicht allein. Kreationisten werden scheinbar sehr kreativ, wenn es darum geht, anderen die eigenen Ansichten schmackhaft zu machen oder ihnen zu erklären, warum es Aufnahmen der Erdkugel aus dem All gibt. (Falls ihr euch fragt: die NASA hat gemeinsam mit anderen Regierungsbehörden eine "die-Erde-ist-rund-Verschwörung" orchestriert. Klarer Fall.)

Der neueste Trend bei der Globus-Verweigerung betrifft überraschenderweise den Mond. Einem Twitter-Post zufolge scheint man in ausgewählten Kreisen eine markante Ähnlichkeit zwischen den Mondkratern und der verbrannten Haut einer elektrifizierten Kartoffel zu erkennen. Wahrscheinlich ein klarer Beweis dafür, dass Bilder vom Mond ein Fake sind. Schäm dich, NASA!

NASA, die Zweite

Bekannt geworden ist auch der Versuch von Nathan Thompson, dem Gründer der Facebook-Seite "Official Flat Earth and Globe Discussion" (immerhin über 33.000 MItglieder), einen NASA-Mitarbeiter in einem Starbucks mit seinen Fragen in ein Gespräch zu verwickeln. Resultat: Der Versuch lief absolut aus dem Ruder (Nathan wurde aus dem Starbucks "entfernt") und das Video ging viral.

Nathan Thompson, Gründer der "Official Flat Earth and Globe Discussion"-Seite auf Facebook, konfrontiert einen NASA-Mitarbeiter bei Starbucks

Berühmte Flat Earther

Egal, ob "Spinner" oder aus tiefstem Herzen überzeugt – wir maßen uns hier kein Urteil an, jedem Tierchen sein Pläsierchen – die Flat Earth Society kann zumindest auch mit VIPs aufwarten. Erst im März diesen Jahres soll Dr. Shaquille "Shaq" O'Neal der Flat Earth-Bewegung beigetreten sein. Ebenso wie Rapper und Produzent B.o.B, der schon im vergangenen Jahr durch themenverwandte Tweets aufgefallen ist.

Zu den anderen, hierzulande wohl weniger bekannten, "Prominenten" zählen laut People Magazine der NBA-Star Kyrie Irving und die US-amerikanische Pornodarstellerin und Sängerin Tila Tequila.

Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, kann sich bei YouTube noch etwas weiterbilden.

"Beweis"-Video: Die Erde ist eine Scheibe
Christen wissen Bescheid: Eine runde Erde gibt es nicht
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