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Roboter YuMi dirigiert Bocelli-Konzert

YuMi ist bereits der zweite musikalische Roboter. Sein elektronischer Kollege "Asimo" leitete 2008 ein Konzert in Detroit.
YuMi ist bereits der zweite musikalische Roboter. Sein elektronischer Kollege "Asimo" leitete 2008 ein Konzert in Detroit.
Foto: Imago
Der zweiarmige Roboter wurde speziell für den Auftritt programmiert. Das menschliche Pendant wird er in Zukunft nicht ersetzten: spontan den Takt wechseln kann er nicht.

Ein Roboter am Pult: Der zweiarmige Roboter "YuMi" hat im italienischen Pisa ein Benefizkonzert mit Startenor Andrea Bocelli (58) dirigiert. "YuMi" gab am Dienstagabend bei mehreren Stücken den Takt vor, darunter bei der berühmten Kanzone "La donna è mobile" aus der Verdi-Oper "Rigoletto". Die ungewöhnliche Aufführung fand im Rahmen eines internationalen Roboter-Festivals statt, mit dem die Organisatoren auch eine Verbindung zwischen Technik und Kultur herstellen wollen.

Der zweiarmige Roboter wurde in der Schweiz gebaut und ist weniger als einen Meter groß. Er gab von einem Podest im Teatro Verdi aus Anweisungen an das Orchester.

"Der Roboter braucht den Mensch"

Für seinen Auftritt musste "YuMi" 17 Stunden lang programmiert werden. Dazu habe er gelernt, die Bewegungen des Dirigenten Andrea Colombini vom Philharmonieorchester in Lucca nachzuahmen, sagte ein Sprecher der Veranstalter am Mittwoch. Der Roboter könne den Takt aber nicht spontan variieren, wie dies ein Mensch tue. "Das zeigt, dass der Mensch den Roboter braucht, der Roboter aber genauso den Menschen braucht."

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass ein Roboter ein Konzert dirigiert. 2008 stand schon einmal der Roboter "Asimo" vor dem Detroit Symphony Orchestra.

Dirigieren ist ein dynamischer Prozess

Werden Roboter in Zukunft menschliche Dirigenten überflüssig machen? Das Dirigieren sei ein Entstehungsprozess, sagte Professor Harald Jers der Deutschen Presse-Agentur. Er ist Dirigent und Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Mannheim. Ein Dirigent gehe auf das Spiel des Orchesters ein und denke dann die nächsten Schritte voraus, sagte Jers. Umgekehrt schauten die Orchestermusiker beim Spielen vor allem auf das Gesicht des Dirigenten. Es komme daher viel auf die Mimik an. Die Handbewegungen würden eher beiläufig wahrgenommen.

Dirigenten werden nicht ersetzt

"In den nächsten 40 bis 50 Jahren sehe ich daher keine Chance, dass ein Roboter die Arbeit eines Dirigenten ersetzen könnte", sagte Jers. Und konnte der blinde Sänger Bocelli auf den Roboter reagieren? Sänger achteten generell vor allem auf die Harmonie des Orchesters, betonte Jers.

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