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Google Maps & Co. könnten dafür verantwortlich sein, dass wir in Zukunft mehr Zeit in Staus verbringen

Stau im Stadtverkehr: Forscher vermuten, dass die steigende Nutzung von Navigations-Apps dazu führen könnte, dass bestimmte Strecken stärker befahren werden als sonst.
Stau im Stadtverkehr: Forscher vermuten, dass die steigende Nutzung von Navigations-Apps dazu führen könnte, dass bestimmte Strecken stärker befahren werden als sonst.
Foto: imago/Ralph Peters
Forscher vermuten, dass „selbstsüchtige“ Navigations-Apps das Aufkommen von Verkehrsbehinderungen begünstigen.

Apps wie Google Maps und Apple Maps, die Navigations-Features bieten, sind laut Forschern „selbstsüchtig“. Sie suchen immer den schnellsten Weg für den User, ohne an die anderen Verkehrsteilnehmer zu denken. Diese User haben einen Informationsvorteil. Wenn sie Google Maps etwa über Seitenstraßen zum Ziel lotst, anstatt über die verstopfte Autobahn, kommen sie schneller ans Ziel. Aber was passiert, wenn jeder Fahrer diese Information hat?

Verkehrszunahme auf bestimmten Strecken durch Apps?

Laut Forschern des Berkeleys Institut für Transportwissenschaften der Universität von Kalifornien, könnte das die Verkehrssituation drastisch verschlechtern. Bereits jetzt sind in einigen Städten der USA Probleme zu bemerken, weil mehr Autos als üblich bestimmte Straßen befahren. Diese waren aber, im Gegensatz zu Autobahnen, nie für ein hohes Verkehrsaufkommen ausgelegt. Der Grund für diese Verkehrszunahme ist, so vermuten die Forscher, die steigende Nutzung von Apps.

90 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen gelegentlich Navigations-Apps

Laut Umfragen verwenden 90 Prozent der Smartphone-Besitzer zumindest gelegentlich Apps zum Navigieren. Hinzu kommen Fahrdienste wie Uber und Lyft, die sich streng an die Navigationsanweisungen ihres Smartphones halten, sowie Lieferwagen von Transportunternehmen, die sich an die durch Software berechnete Routen halten müssen. Da die meisten Apps auf ähnliches Kartenmaterial und Algorithmen setzen, fahren jetzt alle die „Abkürzung“, die in Pre-App-Zeiten nur ein paar Leute kannten.

Navigations-Apps reagieren auf Verkehrsaufkommen

Laut Verfechtern von Navigations-Apps sei das kein Problem, da die Apps auf aktuelle Verkehrssituationen reagieren und den User umleiten. Aber genau das kann ebenfalls zu Problemen führen. Als Beispiel zeigen die Forscher in einem Video eine Verkehrssimulation eines Unfalls auf der Autobahn. Wenn niemand eine App verwendet, löst sich der Stau nach der Beseitigung der Unfallstelle schnell auf. Wenn 20 Prozent eine App verwenden, werden die Abfahrten, Nebenstraßen und Kreuzungen verstopft, weil das Verkehrssystem nicht für diese Menge an ausweichenden Fahrzeugen ausgelegt ist. So kommen die App-User zu spät ans Ziel und auch viele andere Fahrer, die wegen den App-Usern im Stau stehen.

Apps im Straßenverkehr

Die Forscher betonen, dass diese Theorie bislang noch nicht bestätigt ist. Man könne zwar belegen, dass Apps das Verkehrsaufkommen auf kleineren Straßen erhöhen, nicht aber die Auswirkungen auf das gesamte Verkehrssystem. Dazu müsse man eine großangelegte Studie machen. Es sei jedenfalls ein potenzielles Problem, das angegangen werden müsse, bevor sich die Situation verschlechtert, etwa durch mehr App-User oder serienreife, selbstfahrende Autos.

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Die Forscher schlagen vor, dass die App-Anbieter ihre Algorithmen anpassen, um User auf verschiedene Routen zum Ziel zu schicken. Das könnte aber Beschwerden auslösen: Denn wie soll die App entscheiden, welcher User den schnellen Schleichweg nehmen darf und welcher den verstopften Highway nehmen muss?

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