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Paradox: Trump berät sich zum Thema KI selbst

Der US-Präsident darf sich in Zukunft in Sachen Künstliche Intelligenz selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Der US-Präsident darf sich in Zukunft in Sachen Künstliche Intelligenz selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Foto: MANDEL NGAN/ AFP/ Getty Images
Der neue US-Ausschuss für Künstliche Intelligenz sollte eigentlich von wissenschaftlichen Behörden angewiesen werden. Nun übernimmt Präsident Trump die Rolle seines eigenen Beraters.

Die US-Regierung hat einen eigenen Ausschuss zum Thema künstliche Intelligenz ins Leben gerufen. Dieses Komitee soll den Präsidenten und sein Kabinett bei Fragen zu dem komplexen Thema beraten und mit wissenschaftlichen Antworten zur Seite stehen, wie das Weiße Haus in einer Aussendung (PDF) bekannt gegeben hat.

Darin wird erwähnt, dass das KI-Komitee von anderen Behörden sowohl beaufsichtigt als auch beraten wird, unter anderen "The White House Office of Science and Technology Policy" (OSTP), der "National Science Foundation" (NSF) und der "Defense Advanced Research Projects Agency" (DARPA). Angesiedelt ist der KI-Ausschuss innerhalb des National Science and Technology Council (NSTC).

Trump als KI-Berater wegen mangelnder Besetzung

Das Problem dabei ist, dass sowohl das NSTC als auch das OSTP zum Teil nicht existent beziehungsweise ihre Führungspositionen nicht besetzt sind. Der US-Präsident ist von vornherein ein Co-Vorsitzender des NSTC und übernimmt ohne Vorstand automatisch die Leitung der Behörde. Trump berät sich somit selbst, wie The Next Web in einer Analyse schreibt.

Darin wird scharf kritisiert, dass der US-Präsident durch die großen Lücken in den Wissenschaftsausschüssen entweder sich selbst berät oder eben keine fundierten Empfehlungen erhält. Außerdem würden die zahnlosen Ausschüsse und Behörden dem Präsidenten freie Hand geben, wenn es um Entscheidungen bei dem Thema geht.

Zusätzliche Kritik an fehlender Regulierung von Konzernen

Außerdem wird in der Aussendung zur Gründung des KI-Komitee nahegelegt, dass die Technologiekonzerne bei dem Thema weitgehend unreguliert vorgehen können, was zusätzlich für Kritik sorgt. Gerade bei den Themen selbstfahrende Fahrzeuge und autonomen Waffensystemen wäre zumindest eine ansatzweise Regulierung wünschenswert, wie The Next Web zusammenfasst.

Wie es vom des Weißen Hauses heißt, wolle man Wissenschaftlern und Technikern so viel Freiheit als möglich geben, damit ihre nächsten großen Erfindungen in den USA stattfinden. Genauso wie es keine Regulierung des Luftverkehrs vor den Wright Brothers gegeben hat, soll es auch keine Einschränkungen bei dem Thema KI geben, heißt es in der Aussendung.

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