Science 

Lego und Smartphone erschnuppern zusammen Nervengas

Gefährliche Giftgase lassen sich scheinbar dank Lego und Handys eindeutig bestimmen.
Gefährliche Giftgase lassen sich scheinbar dank Lego und Handys eindeutig bestimmen.
Foto: Pixabay
MacGyver wäre stolz. Forscher haben eine Art Detektor aus Handy und den Plastiksteinen konzipiert, der Nervengas identifizieren kann.

Giftgas wie Sarin oder VX wirkt schnell und ist schwierig festzustellen. Forscher der University of Texas in Austin haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem man rasch herausfinden kann, um welche Art von Nervengas es sich handelt.

Die Materialien dazu sind weltweit verfügbar. Grundbestandteile sind ein Smartphone und eine Box aus Legosteinen. Dazu braucht man noch eine UV-Lampe, eine Mikrotiterplatte (eine Plastikschale mit mehreren Vertiefungen) und kostenlos verfügbare Software.

Nervengas wird durch Legobox und Smartphone-Kamera sichtbar

Wie EurekAlert berichtet, wird auf die Mikrotiterplatte eine spezielle, harmlose chemische Verbindung aufgetragen, die mit dem Nervengas reagiert. Je nachdem, um welche Art von Gas es sich handelt, beginnt die Verbindung in verschiedenen Farben zu leuchten.

Eine Smartphone-Kamera ist sensibel genug, die leuchtenden Farben zu erkennen, vorausgesetzt das Bild ist frei von Störeinflüssen. Hierbei kommen die Legosteine ins Spiel. Aus ihnen wird eine Box gebaut, in die wenig bis gar kein Licht von außen eindringen kann.

Detektor-Komponenten sind günstig und frei verfügbar

Der Vorteil dieses Gesamtpakets ist, dass es überall auf der Welt verfügbar sein und wesentlich weniger kosten sollte, als jene Geräte, die ansonsten für die Analyse eingesetzt werden. "Instrumente, die im Labor eingesetzt werden, um das Leuchten zu messen, sind nicht tragbar und kosten 30.000 Dollar", meint Xiaolong Sun, einer der Forscher.

Geleitet hat das Forschungsprojekt Eric Anslyn, der sich seit über 20 Jahren mit Nervengas beschäftigt. Die Ergebnisse der Studie werden in der Fachpublikation ACS Central Science veröffentlicht.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf futurezone.at.

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