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Gefahr Mondstaub: Er frisst die Anzüge und greift Nasen von Menschen an

Staub vom Mond hat bei den Astronauten, die den Himmelskörper betreten haben, körperliche Symptome ausgelöst.
Staub vom Mond hat bei den Astronauten, die den Himmelskörper betreten haben, körperliche Symptome ausgelöst.
Foto: NASA
Er frisst sogar Teile von Raumanzügen auf: Mondstaub ist aggressiver als gedacht. Der bis dato letzte Mann auf dem Mond warnt vor Gesundheitsrisiken.

Als die Apollo-Astronauten vom Mond zurückkehrten, klebte Mondstaub auf ihren Raumanzügen, ihre Kehlen waren wund und ihre Augen tränten. Sie mussten oft niesen und ihre Nasen waren verstopft. Bei manchen dauerte es Tage, bis sich ihr Zustand gebessert hatte. Die ESA ist dran, das zu untersuchen.


Was ist dieser Mondstaub?

Seither wird darüber gerätselt, wie verträglich oder unverträglich der Staub für Menschen ist. Es sei auch unklar, wie er auf Menschen auswirkt, wenn diese der Substanz längerfristig ausgesetzt sind. Forschungen legen jedoch nahe, dass Mondstaub Lunge und Gehirn von Menschen zerstören könnte, wenn diese ihm für längere Zeit ausgesetzt sind.

NASA-Astronaut Harrison "Jack" Schmitt ist bis dato der letzte Mensch auf dem Mond gewesen. Er beschrieb die Symptome während der Apollo-17-Mission als "lunar hay fever", also Mond-Heuschnupfen. In der Raumkapsel habe der Mondstaub wie verbranntes Schießpulver gerochen, so die Astronauten. Die Symptome sind bei allen zwölf Astronauten aufgetreten, die ihre Füße auf den Mond gesetzt haben.

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Beim Starmus Space Festival in Zürich sprach er Ende Juni noch einmal von den Auswirkungen des Mondstaubs auf Menschen. "Das erste Mal, als ich den Staub roch, hatte ich eine allergische Reaktion, die Innenseite meiner Nase schwoll an, man konnte es in meiner Stimme hören", sagte der mittlerweile 83-jährige ehemalige Astronaut, wie der Telegraph berichtet.

Ein wenig Entwarnung gibt es dann doch: "Aber so allmählich verschwand das für mich, und als ich zum vierten Mal Mondstaub inhalierte, bemerkte ich das nicht", so Schmitt. Dennoch meint er: "Für einige Menschen müssen wir herausfinden, ob sie eine Reaktion haben werden, wenn sie chronisch Mondstaub ausgesetzt sind."

Die ESA will helfen

Da diese Fragen zentral für weitere Mond-Missionen sind, will die ESA nun einen neuen Versuch starten, den Geheimnissen des Mondstaubs auf den Grund zu gehen.


Die Zusammensetzung beinhaltet Silicate, ein Material, das etwa auch in der Erdkruste vorkommt. Daher leiden auch Bergleute auf der Erde unter den Symptomen des Mond-Heuschnupfen, wenn sie mit damit in Berührung kommen.

Auf dem Mond ist der Staub so scharf, dass er sogar Schichten der Schuhe der Astronauten aufgefressen hat. Auch der Vakuumverschluss der Apollo-Probenbehältern wurde vom aggressiven Mondstaub zerstört.


Er bleibt scharf

Auf der Erde würden sich Staubpartikel durch Wind und Wetter über die Jahre abschleifen. Auf dem Mond hingegen bleiben die Partikel scharf, kantig und spitzig, da es auf dem Trabanten keine erdähnliche Erosion gibt.

Um die Auswirkungen des Mondstaubs auf den menschlichen Körper untersuchen zu können, versucht die ESA den Staub des Mondes mit ähnlichem Materialien aus Bergwerken zu simulieren.

Der Mond erlebt derzeit ein Comeback. 2024 soll die erste Frau auf dem Mond landen. Für künftige Missionen liefern auch diese Unternehmen Materialien für die NASA auf den Mond. Es gibt aber auch Gründe dafür, dass seit 45 Jahren niemand mehr auf dem Mond war.

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