Science 

Leben auf dem Mars: Zwischen Verschwörung und Fehlinformation

Hat uns die NASA wirklich etwas verschwiegen?
Hat uns die NASA wirklich etwas verschwiegen?
Foto: imago/McPHOTO
Was mittlerweile zu einer regelrechten Verschwörungstheorie herangereift ist, scheint offenbar nur ein Missverständnis gewesen zu sein.

In den vergangenen Tagen tauchten in zahlreichen internationalen Medien ähnliche Schlagzeilen auf. Die NASA habe bereits vor mehr als 40 Jahren Leben auf dem Mars entdeckt, die Beweise dafür aber verbrannt. Ein Titel, der nicht nur Verschwörungstheoretiker neugierig machen dürfte – aber vollkommen falsch ist.

Potentielle Fehlererklärung

Die reißerischen Titel berufen sich auf einen am 20. Juni veröffentlichten Forschungsartikel, in dem die Ergebnisse der Viking-Missionen aus dem Jahr 1976 angezweifelt wurden. Die beiden Sonden untersuchten den Mars sowie dessen Oberfläche und führten dabei zahlreiche Experimente durch. Unter anderem wurde dabei auch eine Probe der Marserde entnommen, mittels Gaschromatographie in ihre Bestandteile zerlegt und anschließend mit einem Massenspektrometer analysiert.

Zur Überraschung der Forscher wurden dabei keine organischen Spuren entdeckt, die oftmals auch als die Bausteine des Lebens gelten. Erst mehr als 30 Jahre später konnte der Mars-Rover Curiosity nachweisen, dass sich Viking geirrt hatte. Doch was war passiert? 2008 entdeckte die Phoenix-Sonde eine auf der Erde seltene Art von Salz auf der Marsoberfläche, sogenannte Perchlorate. Diese können wie eine Art Brandbeschleuniger fungieren, weswegen sich die bis zu 500 Grad heißen Öfen stärker erhitzten als geplant und dabei wohl die organischen Moleküle zerstörten. Dieser Hypothese gingen die Forscher nach und bestätigten sie, wollten aber auch nicht ausschließen, dass ein Messfehler für das Ausbleiben der Entdeckung verantwortlich war.

----------

Das könnte ebenfalls interessant sein:

----------

Lebensfreundliche Bedingungen

Eine interessante Entdeckung, die für viele Medien aber nicht interessant genug war. Die Studienautoren zeigen sich gegenüber Cnet verwundert über die Reaktion auf ihren Artikel. „Man findet zum Beispiel auch organische Spuren auf Meteoriten, das ist aber kein Beweis für Leben. Ich bin mir nicht sicher, wie der Fehler zustande kam, aber sicher nicht in unserer Arbeit“, so Chris McKay, einer der beteiligten Forscher.

Die Tatsache, dass Viking noch keine organischen Spuren nachweisen konnte, zog aber eine lange Debatte nach sich. So wurden zwar im Zuge eines anderen Experiments Beweise auf Mikroorganismen entdeckt, Forscher zweifelten das aber auf Basis der vorangegangenen Ergebnisse aber an. Man vermutete jahrzehntelang, dass bereits vor dem Start der Sonde organisches Material in die Öfen gelangt sein musste.

Die NASA vermeldete erst im Juni, dass Mars-Rover Curiosity weitere wichtige Bausteine für Leben entdeckt hatte. So wurden bei der Analyse von mehr als 3,5 Milliarde Jahren alten Gesteinsproben wichtige organische Verbindungen, wie Methylthiophen, Thiophen und Methanethol entdeckt. Die Entdeckung legt nahe, dass die klimatischen Bedingungen im untersuchten Gale Krater vor einigen Milliarden Jahren lebensfreundlich waren. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Forscher von der ExoMars-Mission, die 2020 auf dem roten Planeten aufsetzen soll.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos auf futurezone.de

Die neuesten Videos von futurezone.

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen