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Sensoren statt Suff! Wie Carlsberg mit künstlicher Intelligenz neue Biersorten finden will

Carlsberg will mit der künstlichen Hilfe der Konkurrenz voraus sein.
Carlsberg will mit der künstlichen Hilfe der Konkurrenz voraus sein.
Foto: imago/Westend61
Auch "Dr. Beer" sagt es: Jeden Tag Unmengen an Bier zu testen, ist unmöglich. Deshalb macht das bei Carlsberg jetzt eine künstliche Intelligenz.

Carlsberg besitzt 140 Getränkemarken in 150 Ländern der Welt und ist auf der Suche nach neuen Sorten und Geschmäckern. Die Brauerei, die es seit 1847 gibt, will jetzt mit künstlicher Intelligenz neue Geschmacksrichtungen vorhersagen und ausloten. Das „Beer Fingerprinting Project“ soll Forschern dabei helfen.

"Dr. Beer" und der Geschmack

Jochen Förster alias „Dr. Beer“ ist als Professor für die Fermentierung im Carlsberg Research Laboratory zuständig. „Es klingt nett, wenn man jeden Tag einen Haufen Bier verkosten darf, aber wir kreieren hunderte Mikroliter an Bier und in so kleinem Volumen, dass es nicht einmal möglich ist, die alle zu testen“, sagt Förster. „Also haben wir bemerkt, dass uns Sensoren dabei helfen könnten“, so der Professor. Diese sollen nun verschiedene chemischen Zusammensetzungen und Komponenten, die den Geschmack ausmachen, ausprobieren und vorhersagen, wie ein Bier schmecken wird.

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Das Lab arbeitet dabei eng mit der Aarhus Universität zusammen, um die Sensoren zu entwickeln sowie mit der Technischen Universität von Dänemark im Norden von Kopenhagen, um herauszufinden, wie man diese in verschiedenen Stadien der Fermentierung einsetzen kann. Das Lab arbeitet zudem mit Microsoft zusammen, um die Signale der Sensoren zu analysieren. Dabei kommt künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Lernende Algorithmen sollen die Geschmäcker und Aromen kennenlernen und abwägen.

Was ist Lager, was ist Pils?

Das Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und hat vor sechs Monaten begonnen, heißt es in einem Blogeintrag von Microsoft. Ergebnisse liegen daher bisher keine vor. Die Sensoren können allerdings bereits zwischen einem Pils und einem Lager unterscheiden. Man arbeite bereits am Feintuning, so Förster.

Das Ziel des Projekts ist es, die Zeit zu reduzieren, die es benötigt, um Kombinationen und Prozesse auszutesten, um neue Sorten zu kreieren. Damit könnte Carlsberg künftig früher neue Biersorten auf den Markt bringen als die Konkurrenz.

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