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Kater? Das macht Alkohol wirklich mit deinem Gehirn

Weißt du erst, was Alkohol mit deinem Hirn macht, wirst du versuchen, dem nächsten Kater vorzubeugen.
Weißt du erst, was Alkohol mit deinem Hirn macht, wirst du versuchen, dem nächsten Kater vorzubeugen.
Foto: imago images /Science Photo Library
Dass Alkohol schlecht für deinen Körper ist, weißt du sicherlich. Das Geheimnis, was genau er aber tatsächlich mit deinem Gehirn macht, lüften wir jetzt.

Wenn du es gestern beim Feiern mit dem Bier, Wein oder Schnaps übertrieben hast, wird dir dein Kopf gerade die Rechnung dafür reichen. Dabei dürften dich Kopfschmerzen und Übelkeit am stärksten belasten. Wenn du dazu noch erfährst, was Alkohol tatsächlich mit deinem Gehirn anstellt, wirst du beim nächsten Mal sicherlich alles tun, um einem Kater vorzubeugen. Was genau aus wissenschaftlicher Sicht passiert, liest du hier.

Kater vorbeugen: Das tut er deinen Gehirnzellen an

Eines ist klar: Dein Gehirn verändert sich durch zu viel Alkoholeinfluss. Einem Kater vorzubeugen, kann also nur die fühlbaren Konsequenzen abwenden. Medizinisch betrachtet, nennt man einen Kater und seine Symptome "veisalgia". Der griechische und norwegische Begriff bedeutet "Unbehagen nach Ausschweifung" und "Schmerz" und trifft den Zustand aus Erfahrung damit ziemlich genau.

Warum hast du einen Kater?

Trinkst du Alkohol, werden davon auf dem Weg zu deinem Magen etwa zehn Prozent absorbiert. Der Rest wandert weiter durch deinen Dünndarm, wo der Rest aufgenommen wird. Da die Leber aber nur etwa einen Drink pro Stunde umwandeln kann, führt alles darüber hinaus zur Ansammlung von Alkohol in deinem Blutstrom und damit zu einem Rausch.

In deiner Leber sorgen hauptsächlich zwei Enzyme für den Abbau des Alkohols:

  • Alkoholdehydrogenase und
  • Aldehyddehydrogenase

Ersteres wandelt den Alkohol zunächst in Acetaldehyd um. Der Aufbau dieses giftigen Wirkstoffs wird für die unangenehmen Symptome deines Katers verantwortlich gemacht. Im zweiten Schritt wird Acetaldehyd durch Aldehyddehydrogenase in Essig umgewandelt.

  • Schon nach zwei Drinks können sich die ersten Rausch-Anzeichen bemerkbar machen.

Die Frage ist: Warum wirkt Alkohol auf diese Weise? GABA-Neuronen sind hemmende Neuronen, also die "Stop"-Zeichen in deinem Gehirn. Kommt Alkohol ins Spiel, aktiviert er die GABA-Rezeptoren und erhöht die Ausschüttung der Neuronen. Dadurch wird die Aktivität in deinem Gehirn in bestimmten Bereichen herabgesetzt.

Wenn die verrückte Tante in dir zum Vorschein kommt

Hier ist aber noch nicht Schluss. Alkohol hat auch die Fähigkeit, sich in Glutamat-Rezeptoren zu schleichen. Glutamat-Neuronen sind erregend, wirken also wie ein "Go". Durch Alkohol werden diese gehemmt, so das deine Hirnaktivität in weiteren Bereichen abnimmt. Einer davon ist der Präfrontale Cortex, also quasi die "Mutter" in dir. Mit jedem Drink wird diese Mutter stärker gehemmt und du verwandelst dich mehr und mehr in die verrückte Tante.

Trotzdem verleiht dir Alkohol gleichzeitig ein gutes Gefühl. Auch dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung: Alkohol erhöht die Ausschüttung dopaminaustoßender Neuronen und Dopamin ist dein Wohlfühl-Neurostransmitter. Es sorgt wiederum neben dem Glücksgefühl auch dafür, dass du zum nächsten Drink greifst, weil es die verstärkende Wirkung von Alkohol bewirkt.

  • Nach drei bis fünf Drinks können sich erste Nebeneffekte des Alkoholrauschen bemerkbar machen, wie Koordinationsprobleme und fehlende Balance.

Alkohol kann dauerhafte Nervenschäden verursachen

Die Störung deines Gleichgewichtes passiert, weil der Alkohol sich auf dein Kleinhirn auswirkt, das für die Koordination zuständig ist. Es interagiert nämlich mit peripheren Nerven in deinen Armen und Beinen. Daher solltest du wissen, dass chronischer Gebrauch von Alkohol auch zu chronischen Nervenschäden führen kann, einschließlich permanenter Schädigung des Nervengewebes und dauerhaft fehlender Balance.

  • Bei zehn Drinks werden die Anzeichen des Alkoholrausches schwerer und umfassen Erbrechen, Übelkeit, Blackouts und undeutliche Sprache.
  • Nach zehn Drinks werden die Symptome umso schwerwiegender. Dazu gehören Unterkühlung, Hyperventilation und Herzrhythmusstörungen.

So kannst du einem Kater vorbeugen

Lässt sich das Trinken nicht vermeiden, dann solltest du im Vorfeld zumindest Vorkehrungen treffen, um dem drohenden Kater vorbeugen zu können. Es gibt einige Hausmittel, die sich für manche bewährt haben, bei anderen aber womöglich keine Wirkung zeigen. Da du in deinem Leben nicht nur noch einmal trinken wirst, probier sie durch bis du die für dich passenden Methode gefunden hast.

  • Trinke nichts oder wenig.
  • Bleibe bei einem Getränk und misch verschiedene Alkoholika nicht wild durcheinander.
  • Vermeide Fuselalkohole. Vor allem Whiskey, dunkler Rum, Cognac und Wein sollen für Kater verantwortlich sein.
  • Trink ein Glas Wasser nach jedem alkoholischen Getränk.
  • Rauch nicht beim Trinken.
  • Vermeide Alkoholika, die einen hohen Zuckeranteil haben wie Glühwein oder Bowle.
  • Iss ausreichend vor dem Trinken.
  • Trink viel Wasser vor dem Schlafengehen.

Katerfrühstück kann Linderung verschaffen

Nach einer durchzechten Nacht, kann ein ausgewogenes Frühstück dabei helfen, die Symptome eines Katers zumindest ein wenig zu lindern. Und dafür muss es nicht der oft genannte Rollmops sein. Ideal für den Körper sind leicht bekömmliche Speisen, die viele Mineralstoffe enthalten.

Ein belegtes Vollkornbrot oder eine Schale Müsli mit frischem Obst bringen deinen Körper wieder in Fahrt. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass du deinen Körper mit viel Flüssigkeit versorgst. Dafür solltest du zu Mineralwasser oder einer Saftschorle greifen.

Fazit: Vergiss nicht, Alkohol ist Gift

Du solltest immer versuchen, einem Kater vorzubeugen. Trinkst du nämlich zu viel Alkohol, baut sich in deinem Körper unter anderem der giftige Wirkstoff Acetaldehyd auf; ein Produkt, das während des Abbaus von Alkohol in der Leber entsteht. Dadurch wird deine Gehirnaktivität auf mehrere Arten eingeschränkt, so dass du dich am Ende wie eine glückliche, aber verrückte Tante aufführst. Trinkst du allerdings weiter, können schwerwiegende Krankheitssymptome die Folge sein. Chronisches Trinken führt unter Umständen sogar zu dauerhafter Nervenschädigung. Also, Obacht!

Da Rauchen im Zusammenhang mit Alkohol keine gute Idee, lohnt es sich, zum Beipsiel per App mit dem Rauchen aufzuhören. Zur zusätzlichen Ablenkung könnten auch Meditations-Apps helfen. Es gibt laut Wissenschaft übrigens 4 Typen von Trinkern. Welcher bist du?

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