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Houston, wir haben ein Problem: Milchstraße kurz vorm Crash

Während Astronomen mit dem Zusammenstoß der Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie rechnen, prophezeit eine neue Studie drastischeres.
Während Astronomen mit dem Zusammenstoß der Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie rechnen, prophezeit eine neue Studie drastischeres.
Foto: NASA
In wesentlich näherer Zukunft als bislang angenommen könnte unsere Galaxie, die Milchstraße, mit einem ihrer unmittelbaren Nachbarn kollidieren – der Erde.

Während die Milchstraße häufig als das typische Beispiel einer Galaxie angesehen wird, scheint sie tatsächlich das genaue Gegenteil zu sein. Denn nicht nur befindet sich im Zentrum unserer Spiralgalaxie ein zu kleines, supermassives schwarzes Loch, zudem ist sie von einem sehr geringmassigen und metallarmen Sternenring umgeben. Hinzu kommt eine ungewöhnlich nahe Satellitengalaxie, die der Milchstraße schon bald zum Verhängnis werden könnte.

Kontaktfreudige Milchstraße

Die Große Magellansche Wolke (GMW) befindet sich einer neuen Studie zufolge auf direktem Kollisionskurs mit unserer Galaxie. Das in den Monthly Notices der Royal Astronomical Society veröffentlichte Paper prophezeit anhand von Berechnungen und Simulationen das Unvorstellbare: die Auslöschung der Milchstraße, wie wir sie kennen.

Forschungen zufolge soll es in der Geschichte des Universums und unserer Galaxie bereits diverse solcher Kollisionen gegeben haben. Die jüngste davon liege circa zehn Milliarden Jahre zurück und habe die Struktur der Milchstraße grundlegend verändert. Wie scinexx berichtet, gehe die Wissenschaft davon aus, dass rund die Hälfte der Atome, die sich in der Milchstraße tummeln, extragalaktischer Natur seien.

Menschliche vs. kosmische Maßstäbe

Nun wird die Kollision unserer Galaxie mit der GMW die Menschheit kaum tangieren. Bis es soweit ist, werden wir nämlich höchstwahrscheinlich entweder uns selbst zerstört haben oder von der Sonne verschluckt worden sein. Für kosmische Verhältnisse jedoch ist der berechnete Zeitraum von etwa 2,4 Milliarden Jahren keineswegs in weiter Ferne.

Bislang wurde der bevorstehende Zusammenprall in vier bis fünf Jahrmilliarden angesetzt, "doch dieses allgemein akzeptierte Szenario ignoriert einen Feind im Inneren: die Große Magellansche Wolke", erklären die Forscher der Durham University in ihrer Publikation. Dabei stützt sich die Studie auf vergleichsweise neue Werte.

Denn die GMW umfasst zwar gut 20 mal weniger Sternenmasse als die Milchstraße, verfügt aber über wesentlich mehr dunkle Materie als bislang angenommen.

Kollision vorraus – in 2,4 Milliarden Jahren

„Obwohl sich die GMW zurzeit von der Milchstraße wegbewegt, werden die auf diese massereiche Galaxie wirkenden, dynamischen Kräfte ihrem Flug Energie entziehen“, so die Forscher. „Dadurch wird sie in rund einer Milliarde Jahren umkehren und wieder auf das Milchstraßenzentrum zurücksteuern.“ Die Folge: In circa 2,4 Milliarden Jahren werden die beiden Galaxien kollidieren.

Bis es soweit ist, bleibt uns Menschen jedoch noch allerhand zu entdecken. So machte die NASA-Sonde "New Horizons" erst kürzlich scharfe Aufnahmen von dem Himmelskörper Ultima Thule, der sich auf der Umlaufbahn Plutos verbirgt. China hat außerdem gesiegt und ist als erstes auf der Mond-Rückseite gelandet. Zu guter letzt haben Forscher nun belegen können wie dunkle Materie schon vor Milliarden von Jahren unsere Galaxien prägte.

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