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Hayabusa2 sprengt Loch in Asteroiden: Das hast du verpasst

Hayabusa2 umkreist den Asteroiden Ryugu (künstlerische Darstellung).
Hayabusa2 umkreist den Asteroiden Ryugu (künstlerische Darstellung).
Foto: AP/ap
Die japanische Raumsonde Hayabusa2 hat erfolgreich ein Loch in den Asteroiden Ryugu gesprengt. Doch wozu das Ganze?

Die japanische Weltraumagentur JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) schickte im Rahmen der Mission Hayabusa2 eine Sonde zum Asteroiden (162173) Ryugu. Ihre Reise begann bereits 2014 mit ihrem Start am 03. Dezember und soll 2020 auf der Erde enden. Die Aufgabe der Hayabusa2 besteht derweil darin, Materialproben von Ryugu zu sichern, damit diese nach ihrer Rückkehr untersucht werden können.

Hayabusa2: Erste Sprengung erfolgreich

Doch was braucht es überhaupt, um auf einem sich bewegenden Asteroiden zu landen, der schließlich um einiges kleiner ausfällt als ein Planet? Nun, die japanische Sonde wog bei ihrem Start etwa 600 Kilogramm und führte neben dem MASCOT Asteroidenlander Folgendes mit sich:

  • zwei MINERVA Landungsroboter
  • Impactor
  • Probenentnahmesystem
  • AMICA Multispektral-Kamera
  • LIDAR Laser-Entfernungsmesser
  • NIRS Spektrometer im nahen Infrarotbereich
  • Wärmebildkamera
  • Erdrückkehrkapsel (ERC)

Zunächst saugte Hayabusa2 (dt.: "Wanderfalke2") feinere Proben von der Oberfläche auf, die zunächst durch den Beschuss mit einer Kugel aufgewirbelt worden waren. Mit Hilfe eines Impactors, einer Sprengladung, die gemeinsam mit einem Stück Kupfer einen künstlichen Krater erschaffen soll, löste die Sonde nun Gestein aus dem Asteroiden lösen, um es ebenfalls einzusammeln.

Video: Hayabusa2 SCI Operation

In der Nacht auf Freitag absolviert die Sonde diesen Stunt. Durch den Beschuss mit ihrer Space-Kanone erschuf sie einen neuen Krater – und wurde dabei auf Schritt und Tritt überwacht. Um sich vor der Sprengung zu schützen hatte sich die Sonde so weit es ging davon entfernt. Somit dürfte es noch einige Wochen dauern, bis sie die geplanten Proben einsammeln kann.

Was wir von Ryugu lernen können

Asteroiden stellen eine immerwährende Gefahr aus dem All dar. Dank der Daten, die die japanische Mission liefern soll, könnte sich das schon bald ändern. So bringe es wenig, einen Himmelskörper zu beschießen, der sich auf die Erde zubewegt. Es würden sich lediglich Bruchstücke ablösen, die anschließend mit derselben Energie wie zuvor auf unseren Planeten stürzen würden.

Video: Livestream der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Ralf Jaumann, Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) man müsse vielmehr lernen, wie man potentiell gefährliche Asteroiden wie Ryugu von ihrer Bahn ablenken könne. Die dafür erforderlichen Daten über die Zusammensetzung solcher Himmelskörper soll Hayabusa2 liefern.

Doch gilt es auch neben der Bekämpfung möglicher Gefahren, weiterhin Grundlagenforschung zu betreiben. Diese beginnt bereits bei unserem eigenen Sonnensystem, über das wir noch immer nicht alles wissen. So hat der 14. Mond des Neptun erst jüngst einen richtigen Namen bekommen. Seine Entdeckung wurde bereits 2014 bekanntgegeben, nur trug er seitdem eine einfache Kennziffer.

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