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Wenn SpaceX an die ISS andockt, könnte es gefährlich werden

So wie Dragon 1 soll die SpaceX-Kapsel CrewDragon zum ersten Mal per Roboterarm die ISS angedockt werden.
So wie Dragon 1 soll die SpaceX-Kapsel CrewDragon zum ersten Mal per Roboterarm die ISS angedockt werden.
Foto: NASA
Ein neues SpaceX-Shuttle wird in Richtung ISS aufbrechen. Während die NASA zuversichtlich ist, hat Russland Bedenken. Das Manöver birgt nämlich ein großes Risiko für die Raumstation.

Am kommenden Wochenende soll die SpaceX-Kapsel "CrewDragon" erstmals an die Internationale Raumstation ISS andocken und Fracht liefern. Was von der NASA mit Spannung erwartet wird, bereitete Russland bis vor wenigen Tagen noch starke Bauchschmerzen. Das Manöver findet nämlich unter riskanten Umständen statt und kann sowohl die ISS als auch die SpaceX-Kapsel gefährden.

SpaceX-Kapsel dockt ohne nötige Software an ISS an

Dass Russland bei der Zustimmung zur Kopplung beider gezögert hat, hat zwei wichtige Gründe: Zum einen ist das Manöver ist für SpaceX neu, denn bisher wurde für Fracht immer mit einem anderen Raumfahrzeug, Dragon 1, geliefert.

Zum anderen fehlt CrewDragon laut The Atlantic eine unabhängige Software, die sich dann einschaltet, wenn das primäre System ausfällt. Alle europäischen, japanischen und anderen Raumfahrzeuge, die jemals an die ISS angedockt haben, besitzen eine solche Software. Die SpaceX-Kapsel vertraut dagegen auf redundante Systeme innerhalb des Hauptcomputersystems.

SpaceX-ISS-Manöver "muss funktionieren"

Während diese Konfiguration für die NASA verlässlich genug erscheint, zeigten sich russische Vertreter lange Zeit nicht überzeugt. Geht etwas schief, sind sowohl die ISS als auch die Kapsel in großer Gefahr.

Auch von anderer Seite sieht man das Risiko. Kirk Shireman, Manager des ISS-Programms bestätigte: "An Bord der ISS befinden sich immer noch drei Personen. Dass das Fahrzeug zum ersten Mal zur ISS kommt, muss also funktionieren. Es muss funktionieren. (...) die Menschen, die im ganzen Land dafür gearbeitet haben, dass es ein Erfolg wird, sind sich dessen absolut bewusst."

CrewDragon könnte Geschichte schreiben

Um Russland am Ende dennoch zu überzeugen, wurden zuständige Teams der NASA angewiesen, die Fehlererkennung, -identifizierung und Antworten auf verschiedenes Versagen noch strenger zu analysieren, um sicherzustellen, dass die Computer alles richtig machen. Ob die USA auch ohne Zustimmung mit der Mission fortgefahren wäre, ist allerdings unklar.

Sollte das Andock-Manöver am Ende erfolgreich verlaufen, wird CrewDragon das erste kommerziell gebaute Raumfahrzeug, das dazu designt wurde, Menschen zur ISS zu befördern.

Hintergrund der Kooperation zwischen NASA und SpaceX ist übrigens die angestrebte Unabhängigkeit der USA von russischen Sojus-Kapseln. Bisher wurden Personen ausschließlich mit den Raumfahrzeugen aus Russland zur Raumstation befördert. Auf den bemannten Start von CrewDragon bereitet man sich indes schon intensiv vor.

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