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So tödlich ist der Klimawandel: Dieses Säugetier hat er höchstwahrscheinlich schon ausgelöscht

Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte (Symbolbild) wurde Experten zufolge mit hohen Wahrscheinlichkeit durch den Klimawandel ausgelöscht.
Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte (Symbolbild) wurde Experten zufolge mit hohen Wahrscheinlichkeit durch den Klimawandel ausgelöscht.
Foto: imago/imagebroker
Haben die klimatischen Veränderungen, die der Mensch verursacht, bereits ihr erstes Todesopfer gefordert? Experten sagen ja, die australische Regierung sieht das anders.

Wenn du bis jetzt nichts von der Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte gehört hast, wird sich das in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr ändern, denn das Säugetier ist offiziell ausgestorben. Schuld daran soll der Klimawandel sein. Forscher, Bundesbeamte und lokale Regierungen in Australien streiten sich deswegen allerdings noch heftig.

Hat der Klimawandel wirklich zum Tode des Säugetier geführt?

In der Pressemitteilung, die von Umweltministerin Melissa Price veröffentlicht wurde, geht die Information über die Ausrottung der kleinen braunen Ratte auf den ersten Blick unter. Sie ist lediglich in einer Tabelle am unteren Ende vermerkt, in der es heißt, dass Säugetiere der Spezies "Melomys rubicola (Bramble Cay Melomys)" von der Kategorie "gefährdet" in die Kategorie "ausgestorben" transferiert werden. Auch die Erwähnung des Wortes "Klimawandel" fehlt in der Bekanntmachung völlig.

Indizien für den "Tod durch Klimawandel" gibt seit Jahren

Dass die Ausrottung der Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte durch die klimatischen Veränderungen bedingt ist, wurde von Forschern allerdings schon 2016, also Jahre zuvor, in einer offiziellen Studie (PDF) nahegelegt. Als Schlüsselfaktor, der zum Aussterben des Spezies geführt haben soll, nannte man "Überschwemmung niedrig liegender Gebiete durch Meerwasser, vermutlich mehrmalig während der letzten zehn Jahre".

Weiter heißt es: "Verfügbare Informationen über den Anstieg des Meeresspiegels und die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterverhältnisse (...) in dieser Periode deuten auf den durch Menschen herbeigeführten Klimawandel als Hauptursache für den Verlust der Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte hin".

Auf Grundlage dieser Untersuchung bestätigte das Ministerium für Wissenschaft und Umwelt des Bundesstaates Queensland die Ausrottung der Spezies 2017. Auch international wurde das Thema aufgegriffen. Sowohl The Guardian (Artikel) als auch National Geographic (Artikel) bezeichneten die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte als das erste Säugetier, das vom Klimawandel ausgelöscht wurde.

Australiens Regierung bezieht keine Stellung zum Thema Klimawandel

Die australische Bundesregierung erkannte die Ausrottung des Tiere bis zur besagten Pressemitteilung vor wenigen Wochen dagegen nicht an. Die von den Forschern nahegelegte Ursache scheint unterdessen weiterhin ignoriert zu werden.

Im Land haben die verspätete offizielle Ankündigung sowie das Versagen, auf den Einfluss des Klimawandels auf das Ableben des Säugetiers einzugehen, zu verstärktem Fokus auf die Haltung der australischen Regierung dazu geführt. Kritik kommt dabei zum Beispiel von Queenslands Umweltministerin Leeanne Enoch: "Wir haben [Premierminister] Scott Morrison und Melissa Price wiederholt aufgefordert, Führung in Sachen Klimawandel zu übernehmen. (...) Wie viele Spezies müssen wir noch verlieren, bevor die Bundesregierung aktiv wird?".

YouTube: Klimawandel lässt Säugetier aussterben

Man wollte keine vorschnelle Entscheidung treffen

Ein Sprecher der Bundesregierung äußerte sich dazu und teilte mit, man wollte von offizieller Seite absolut sicher gehen, bevor das Aussterben bestätigt würde. So hätte es in der Untersuchung von 2016 auch geheißen, es könnte womöglich noch vereinzelte Tiere in Papua Neuguinea geben. Daher wäre es voreilig gewesen, das Säugetier frühzeitig als ausgestorben zu erklären.

Dass es am Klimawandel gelegen hat, gilt für Ministerin Price dennoch weiterhin als umstritten. Gegenüber Inverse erklärte sie aber immerhin: "Da die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte in einem sehr kleinen, isolierten Gebiet gelebt hat, war sie für eine spezielle Reihe an Bedrohungen empfänglich. Verfügbare Beweise deuten daraufhin, dass häufige und intensive Wettervorkommnisse in den Jahren von 2004 bis 2014 schadhafte Stürme und extreme Wasserlevel hervorgerufen haben, die sehr wahrscheinlich signifikant dazu beigetragen haben." Das Wort "Klimawandel" nutzte Price nicht.

Dass auch wir vom extremen Wetter bedroht sind, ist für manche nur eine Frage der Zeit. Wir könnte schon in 140 Jahren durch den Klimawandel ausgelöscht werden.

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