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Hinweise auf Mega-Sonnensturm vor 2.000 Jahren: Unterschätzen wir heute die Strahlungsgefahr?

Die Erde ist eigentlich weit genug von der Sonne weg. Trotzdem wird sie ab und an von Sonnenstürmen getroffen.
Die Erde ist eigentlich weit genug von der Sonne weg. Trotzdem wird sie ab und an von Sonnenstürmen getroffen.
Foto: NASA/SDO
Im Jahr 660 vor Christus traf ein Strahlenregen die Erde. Ein Sonnensturm gigantischen Ausmaßes war die Ursache. Forscher warnen jetzt vor der Gefahr der Phänomene – weil wir nicht auf sie vorbereitet sind.

Permanent sendet die Sonne Strahlung und geladene Teilchen ins Weltall. Dieser Sonnenwind kann zu einer starken Eruption in einem begrenzten Gebiet führen. Und im schlimmsten Fall zieht eine Eruption durchs All und kann die Erde treffen. Das ist auch bereits geschehen: Zum Beispiel vor 2.000 Jahren, als die Folgephänomene einer Sonneneruption unseren Planeten ereilten. Dieser Sonnensturm war extrem stark. Heutzutage wären wir darauf nicht vorbereitet, meinen Forscher. Dabei stände im Fall der Fälle unsere Kommunikation auf dem Spiel.

Strahlung durch Sonnenstürme: Gefahr größer als gedacht

Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Sonneneruptionen keine sehr wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Erde hätten. Immerhin könnten sie an fast jeder Stelle der Sonne (außer ihren Polen) auftreten und sich demnach, ähnlich dem Wasserstrahl eines rotierenden Rasensprengers, sternförmig ausbreiten. Erde und Sonne sind aber fast 150 Millionen Kilometer voneinander entfernt. Folglich wäre es auch ziemlich unwahrscheinlich, dass Sonnenstürme auf unserem Planeten aufträten. Das zeigt auch das Max Planck Institut für Sonnensystemforschung auf.

Nun aber schlagen einige Forscher wegen einer neuen Entdeckung Alarm: Ein Sonnensturm um 660 vor Christus war angeblich zehnfach stärker als alle heute gemessenen. Das sollen Bohrkern-Analysen ergeben haben, die Forscher der Lund University ausgewertet haben. Ihnen zufolge sei die Gefahr von Sonnenstürmen bislang unterschätzt worden.

Denn sie gefährden nicht nur die Erde, sondern auch Satelliten. Der Einstrom energiereicher, geladener Teilchen könne sie beschädigen und dadurch das Kommunikationsnetz unseres Planeten lahmlegen. Das geschah bereits 1972, als ein Sonnensturm für weltweite technische Störungen sorgte. 1967 hätte ein weiterer beinahe einen Atomkrieg ausgelöst, weil das US-Militär die technischen Ausfälle für eine Störattacke der Sowjetunion hielt und seine Luftwaffe alarmierte – bevor man sich schließlich doch zurückzog, weil man die Ursache erkannt hatte.

"Schwere Auswirkungen auf Hightech-Gesellschaft"

Vor diesem Hintergrund zeigt der Mega-Sturm von 660 vor Christus den Forschern vor allem eines: Dass die Menschheit ihn zwar überlebt hat, die Folgen aber verheerend hätten sein können, wenn sie auf moderne Technik wie heute angewiesen gewesen wäre. "Wenn dieser Sonnensturm heute aufgetreten wäre, hätte dies schwere Auswirkungen auf unsere Hightech-Gesellschaft gehabt“, sagte Raimund Muscheler, einer der Autoren der Studie. "Deswegen müssen wir uns künftig besser gegen solare Stürme schützen – das Risiko wurde bisher unterschätzt."

Entdeckt worden war die solare Strahlendusche durch den abrupten Anstieg des Kohlenstoff-14-Gehalts in Baumringen. Auch die erhöhten Werte der Isotope Beryllium-10 und Chlor-36 in einem Eisbohrkern des North Greenland Ice Core Project (NGRIP). Damit sind nun drei historische Mega-Sonnenstürme bekannt, die die heute gemessenen an Stärke weit übertreffen.

Keine Panik

Allerdings musst du jetzt nicht jeden Tag damit rechnen, von einem Sonnensturm erwischt und ausgelöscht zu werden. Wie häufig derartig extreme Sonnenstürme auftreten ist zwar nicht bekannt. Jedoch beobachten mehrere Satelliten und Raumsonden ständig die Aktivität der Sonne aus dem Weltraum. Mithilfe ihrer Daten lassen sich die Phänomene relativ genau vorhersagen und in Richtung und Geschwindigkeit einschätzen.

Dafür gibt es für diese gruseligen Vorfälle bis heute keine Erklärung. Hast du noch nicht genug, schau einmal, welche Dinge im All noch auf dich lauern. Derweil zeigt das Teleskop Hubble kollidierende Galaxien, wie du es noch nie gesehen haben wirst.

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