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Ist es zu spät? UN warnt, dass wir die Arktis nicht mehr retten können

Ein UN-Bericht gibt neuen Anlass zur Sorge. Demnach könnte es bereits zu spät für die Menschheit sein, die Arktis zu retten (Symbolbild).
Ein UN-Bericht gibt neuen Anlass zur Sorge. Demnach könnte es bereits zu spät für die Menschheit sein, die Arktis zu retten (Symbolbild).
Foto: imago/Xinhua
Eine neue Veröffentlichung der UN gibt Anlass zur Sorge. Demnach könnte es längst zu spät sein, um die Erwärmung der Arktis aufzuhalten.

"Die Veränderungen in der Arktis schreiten schnell voran und sie werden globale Auswirkungen haben, die uns alle betreffen." Mit diesen drastischen Wort beginnt ein neues wissenschaftliches Paper der Vereinten Nationen (United Nations, UN), das vor den Auswirkungen des Klimawandels und den damit einhergehenden höheren Temperaturen warnt.

Arktis: Erwärmung um bis zu neun Grad Celsius möglich

Selbst, wenn wir morgen sämtliche Emissionen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid stoppen würden, wäre es dennoch zu spät, um die Erwärmung der Arktis aufzuhalten, so der Bericht der UN. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts soll sich die Region um fünf Grad Celsius aufheizen – mit drastischen Konsequenzen für uns alle.

Auch wenn sich alle 196 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen an das getroffene Abkommen halten sollten, würde der Temperaturanstieg bis 2050 höchstwahrscheinlich immer noch drei Grad Celsius betragen. Bis 2080 seien sogar noch wärmere Temperaturen zwischen fünf und neun Grad im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten möglich, warnen die UN-Forscher.

"Was in der Arktis passiert, bleibt nicht in der Arktis"

Wie sciencealert schreibt, werden die Auswirkungen schmelzender Polkappen uns alle betreffen. Studien legen nahe, dass die Schmelze der Arktis für einen Anstieg des Meeresspiegels sorgen wird – ein Effekt, der weitere Probleme mit sich bringen würde. Überflutete Küstenregionen, zerstörte Infrastruktur und verschmutze Trinkwasservorräte sind nur einige der Konsequenzen, die der Menschheit drohten.

Ganze Ökosysteme könnten durch diese massiven Veränderungen aus ihrem Rhythmus geraten und so die Lebensgrundlagen vieler Menschen zerstören. Die Folge wären massenhafte Migrationsbewegungen.

"Was in der Arktis passiert, bleibt nicht in der Arktis", sagt dann auch Joyce Msuya, Direktor für Umweltfragen bei der UN.

Folgen schon heute sichtbar

Erste Folgen sind übrigens schon heute erkennbar. Untersuchungen zeigen, dass die Arktis seit dem Jahr 1979 rund 40 Prozent ihres Meereises verloren hat – das verbleibende Eis sei dünner und anfälliger als jemals zuvor.

Besonders drastische Klimamodelle vermuten sogar, dass die Eiskappen der Arktis bis 2030 komplett verschwunden sein könnten – Millionen Tonnen der im Eis gespeicherte Klimagase wie Kohlenstoff und Methan würden dadurch freigesetzt und würden den Klimawandel nur noch weiter vorantreiben. Ein Punkt, der nicht mehr rückgängig gemacht werden könnte, warnen die UN-Forscher.

Grönlands Eis enthüllt vermutlich Unglaubliches: Hinweis auf uralten, massiven Meteoritenabsturz

Erst im November war ein riesenhafter Krater im grönländischen Eis gefunden worden. Nun gilt der Polarregion ein weiteres Mal die Aufmerksamkeit. Leider auch wegen des Klimawandels.
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Was gegen die Gefahr jetzt zu tun sei

"Tauen Permafrostböden auf, trägt das wesentlich zur organischen Substanzbelastung des an das Meer gelieferten Oberflächen-Frischwassers bei, was wiederum zur Versauerung [der Meere, Anm. d. Red.] beiträgt", erklärt der Bericht weiter.

Es sei nun an der Zeit, Treibhausgasemissionen und den Ausstoß anderer klimaschädlicher Gase drastisch zu reduzieren, schlussfolgert der UN-Bericht. Auch der finnische Umweltminister Kimmo Tiilikainen sieht dringenden Handlungsbedarf: "Die Dringlichkeit, mit der die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden müssen, zeigt sich eindeutig in der Arktis, da sie eine der am stärksten gefährdeten und sich am schnellsten verändernden Regionen der Welt ist."

Klimawandel sorgt für Gletscherschwund in den Alpen

Auch anderswo zeigen sich bereits die Auswirkungen des Klimawandels, etwa am Gletscherschwund in den Alpen. Forscher machten den Klimawandel auch für die Ausrottung eines Tieres in Australien verantwortlich. Mehr zum Thema kannst du auch in unserem Interview mit dem Polarforscher und Fotograf Sebastian Copeland nachlesen.

Den kompletten UN-Bericht kannst du dir hier ansehen.

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