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Künstliche Intelligenz: Robo-Bein lernt zu laufen, ohne dafür programmiert worden zu sein

Werden Roboter in Zukunft dem Menschen immer ähnlicher? Wissenschaftler wollen es nun geschafft haben, einen Roboter selbstständig lernen zu lassen (Symbolbild).
Werden Roboter in Zukunft dem Menschen immer ähnlicher? Wissenschaftler wollen es nun geschafft haben, einen Roboter selbstständig lernen zu lassen (Symbolbild).
Foto: GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images
Wissenschaftlern scheint etwas gelungen zu sein, wovor viele Menschen sich fürchten. Eine Maschine soll erstmals selbstständig das Laufen "erlernt" haben.

Wissenschaftler der University of Southern Carolina (USC) in den USA vermelden Sensationelles. Ihnen soll etwas gelungen sein, was es so vorher noch nicht gegeben hat – ein Roboterbein nämlich, das ohne explizit dafür programmiert worden zu sein, das Laufen erlernte.

Algorithmus inspiriert von der Biologie

"Die Fähigkeit einer Spezies, Bewegungen zu erlernen und anzupassen, wenn sich ihr Körper und ihre Umwelt verändern" sei schon immer ein starker Antrieb der Evolution gewesen, sagt Brian Cohn, Informatiker an der USC. Der verwendete Algorithmus ist daher auch von der Biologie inspiriert und sorgt so dafür, dass der Roboter bereits nach nur fünf Minuten seine Gliedmaßen einsetzen kann.

Die nun erzielten Ergebnisse seien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und könnten Robotern in Zukunft die Möglichkeit geben, aus jeder gemachten Erfahrung zu lernen und sich entsprechend anzupassen, so die Forscher.

Versuch und Irrtum

Heutige Roboter bräuchten oft Monate oder gar Jahre um zu lernen, mit ihrer Umwelt zu interagieren. Der von den Forschern neu programmierte Algorithmus soll die Maschinen jedoch in die Lage versetzen können, im Stil der Versuch-und-Irrtum-Methode neue Fähigkeiten zu entwickeln. Ähnlich eines neu geborenen Babys, sollen die Maschinen also in der Lage sein, durch gemachte Erfahrungen zu wachsen und sich zu entwickeln.

Während dieser Lernphase sende das System einfach wahllose Befehle an die Motoren und "Gelenke" des Roboters. "Dann trainiert es das dreischichtige neuronale Netzwerk, um zu erraten, welche Befehle eine bestimmte Bewegung erzeugen. Wir beginnen dann mit der Ausführung [einer bestimmten, d.Red.] Aufgabe und verstärken das gute Verhalten", erklärt Ali Marjaninejad, einer der beteiligten Forscher.

Einfachere Entwicklung von Robotern in der Zukunft

Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Ergebnissen, dass sich die Entwicklung zukünftiger Roboter stark vereinfachen könnte. Durch den neuen Algorithmus könnten Forscher in Zukunft vielleicht darauf verzichten, exakte Gleichungen entwickeln zu müssen und komplizierte Computersimulationen durchzuführen, wie sciencealert schreibt.

Video: Roboter im Krankenhaus

Besonders spannend: Die Forscher berichten sogar, dass die Roboter, je nach dem, welche "Erfahrungen" sie gesammelt haben, unterschiedliche "Eigenschaften" entwickeln würden. Diese würden dann in der Art und Weise, wie die Roboter laufen, auffallen.

Diese Einsatzgebiete sind denkbar

Das Team der Universität träumt schon davon, in welchen Bereichen die neue Technik Verwendung finden könnte. So sei etwa der Einsatz in Prothesen denkbar. Auch sei vorstellbar, derartige Maschinen ins All zu schicken um dort Aufgaben auszuführen, die für den Menschen zu gefährlich sind.

Nicht immer jedoch können Roboter erfolgreich den Menschen ersetzen: Ein japanisches Hotel entließ einige Roboter, da sie schlicht die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllten. In unserer Übersicht findest du zehn weitere Roboter, die dich überraschen werden.

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