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Astronomen decken auf: Die Venus ist der Erde nicht am nächsten

Ein Perspektivenwechsel zeigt: Eigentlich ist Merkur der nächste Nachbar zur Erde.
Ein Perspektivenwechsel zeigt: Eigentlich ist Merkur der nächste Nachbar zur Erde.
Foto: imago/Science Photo Library
Forscher haben herausgefunden, dass die Venus der Erde im Durchschnitt überhaupt nicht am nächsten ist – sondern der Merkur.

Eigentlich ging man bisher davon aus, dass die Venus oder der Mars der Erde am nächsten sind. Astronomen argumentieren nun, dass das überhaupt nicht stimmt, wenn man den durchschnittlichen Abstand der Planeten von der Erde betrachtet. Demnach ist nämlich Merkur der nächste Nachbar der Erde.

Merkur ist unser nächster Nachbar

In der Zeitschrift Physics Today argumentieren Wissenschaftler, dass der Merkur bei Betrachtung der durchschnittlichen Distanz zum blauen Planeten, der Erde, im Vergleich zu allen anderen Planeten am nächsten ist. Auf den ersten Blick erscheint es logisch, anzunehmen, dass Venus oder Mars der Erde am nächsten sind.

Normalerweise wird der Abstand der Erde zu anderen Planeten nämlich von deren jeweiliger Entfernung zur Sonne abgeleitet. Die Venus kreist innerhalb der Erdbahn um die Sonne, der Mars dreht außerhalb der Erdbahn seine Runden. Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne liegt zwischen den Bahnen der beiden Planeten. Anhand dieser Daten lässt sich abschätzen, welcher Planet bei seiner Zirkulation der Erde am nächsten kommt – die Venus.

Alles eine Frage der Perspektive

Es ist jedoch alles eine Frage der Perspektive. Drei Astronomen schlagen nun einen neuen Ansatz vor, der die Nähe eines Planeten zur Erde anders definiert. Und zwar berechnen sie, welcher Planet zu den meisten Zeitpunkten am nächsten an der Erde liegt. Sie suchen also den Planeten, dessen durchschnittlicher Abstand zum Blauen Planeten am geringsten ist.

Video: Entfernungen und Geschwindigkeit im Universum

Mars ist allen Planeten im Sonnensystem am nächsten

Mittels einer Computersimulation wurden die Positionen aller Planeten der vergangenen 10.000 Jahre betrachtet. Dadurch fanden die Astronomen heraus, dass Merkur, der Zwerg unseres Sonnensystems, im Schnitt nicht nur der Erde am nächsten ist, sondern auch allen anderen Planeten im Sonnensystem.

Die Venus kommt dem Blauen Planeten zwar ab und an auf 42 Millionen Kilometer nah, aber meistens ist sie auf der anderen Seite der Sonne. Ihr durchschnittlicher Abstand zur Erde beträgt 170 Millionen Kilometer, wohingegen Planet Merkur im Mittel circa 150 Millionen Kilometer von uns entfernt ist, was ungefähr der Entfernung zur Sonne entspricht.

Durchschnittliche Entfernung von Merkur entspricht der Distanz zu Sonne

Er mag zwar ein Zwerg sein, aber unterschätzen solltest du Merkur nicht. Für unser Planetensystem haben die Wissenschaftler berechnet, dass Mars, Venus und auch alle anderen Planeten die meiste Zeit über weiter von der Erde entfernt sind als der Merkur. Aus dieser Perspektive gesehen, ist der kleine und flinke Zwerg Merkur, der auch der Sonne am nächsten ist, wohl unser wahrer Nachbar. Wer hätte das gedacht.

Auch, wenn Merkur der Erde anscheinend am nächsten ist, würden wir dir trotzdem nicht empfehlen darauf zu leben. Du würdest nämlich nur ungefährt zwei Minuten auf dem Planeten Merkur überleben. Auf dem Saturn würdest du nicht einmal eine Sekunde überstehen und selbst, wenn du auf einmal auf dem Gasplaneten leben könntest, wäre dein Tag auf dem Saturn um einiges kürzer als auf der Erde.

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